Verkehrsunfallkommando der Wiener Polizei absolviert rund 3.500 Einsätze pro Jahr

Das Verkehrsunfallkommando der Wiener Polizei behandelt rund 3.500 Unfälle im Jahr.
Das Verkehrsunfallkommando der Wiener Polizei behandelt rund 3.500 Unfälle im Jahr. ©APA
Pro Jahr werden rund 3.500 Unfälle vom Verkehrsunfallkommando (VUK) der Wiener Polizei aufgenommen. Dabei handelt es sich vor allem um Unglücke mit verletzten oder getöteten Personen auf der Straße, aber auch um Unfälle mit U-Bahnen, Zügen oder Schiffen auf der Donau, erklärte Martin Kramser, Leiter des Unfallkommandos am Dienstag. "Ein Unfallort ist ein Tatort", so Kramser zur Herangehensweise bei der Arbeit.
Wiener Verkehrsunfallkommando

Bei Unfällen mit Personenschaden sollte zuerst die Rettung gerufen werden, empfahl Kramser bei dem Pressegespräch am Stützpunkt in der Roßauer Kaserne. Dann wird zusätzlich eine Polizeistreife zum Ort des Geschehens beordert, erst danach wird das VUK verständigt. Wenn keiner der insgesamt neun speziellen Kastenwagen des Unfallkommandos samt zweiköpfiger Besatzung verfügbar ist, muss die anwesende Streifenwagenbesatzung den Vorfall selbst dokumentieren.

80 Prozent der Unfälle mit Personenschaden in Wien vom VUK behandelt

“Circa 80 Prozent aller Verkehrsunfälle mit Personenschaden werden in Wien vom Verkehrsunfallkommando bearbeitet”, betonte Kramser. 58 Beamte und Beamtinnen des VUK arbeiten in Zwölf-Stunden-Schichten. “Es sind jedoch viele Überstunden erforderlich und es kann vorkommen, dass ein Team 24 Stunden im Dienst ist”, fügte der VUK-Chef hinzu. Die Aufnahme eines gewöhnlichen Unfalls dauert dabei etwa zweieinhalb bis drei Stunden, bei einem schweren Unglück sind es durchaus auch sechs bis acht Stunden.

Die Szenerie des jeweiligen Unfalls wird von den beiden Beamten – ein Wagenkommandant und ein Sachbearbeiter – akribisch dokumentiert. Die Standorte der beteiligten Fahrzeuge, Bremsspuren, Splitter und Stellen, an denen Personen zu liegen gekommen sind, werden mit Sprühfarbe markiert. Außerdem machen die Polizisten Fotos, vermessen den Unfallort und fertigen anschließend Skizzen an. “Wir sind keine Vermessungstechniker, müssen das aber entsprechend für die Sachverständigen dokumentieren”, sagte Kramser mit Blick auf mögliche Gerichtsverhandlungen.

Ausstattung der Wiener Verkehrsunfallkommandos

Den Mitarbeitern stehen beim VUK Hilfsmittel wie ein Kamerastativ zur Verfügung, das auf bis zu acht Meter Höhe ausfahrbar ist. Der Fotoapparat wird dann via Tablet vom Boden aus ausgelöst. Im sogenannten Rüstteil im Heck des Fahrzeugs befinden sich etwa auch Scheinwerfer, Absperrmaterial, Maßband und ein Besen sowie eine Sanitäreinheit mit einem Kanister Wasser, Flüssigseife und Desinfektionsmittel für die Beamten.

Zwischen Fahrerkabine und Rüstteil ist der Büroteil mit Sitzen, Laptop und Alkomat angesiedelt. “Wir machen 4.500 ‘richtige’ Alkomattests im Jahr – keine Vortests”, betonte Kramser. Drogenvortestgeräte sind keine an Bord. “Beteiligte und Zeugen werden gleich an der Unfallstelle schriftlich einvernommen”, hob Kramser eine Besonderheit des Unfallkommandos hervor. Dabei habe er es “nicht mit bösen Buben zu tun” wie andere Polizeibeamte, sondern ein Unfall könne jedem passieren.

Rat des VUK wenn niemand verletzt ist

Betroffenen eines Unfalls rät der Leiter des VUK, wenn niemand Erste Hilfe benötigt, sicherheitshalber gleich selbst Fotos von der Unglücksstelle zu machen. Er appelliert dabei, die Intimsphäre von Beteiligten nicht zu verletzen. Die Arbeit des VUK werde selten von Schaulustigen behindert, jene von den zuerst eintreffenden Einsatzkräften schon, sagte Kramser. Da jeder Unfallort ein Tatort sei, könne er diesen nach dem Sicherheitspolizeigesetz auch räumen lassen.

Neben Wien gibt es etwa auch in Graz, Linz und Salzburg Unfallkommandos, erläuterte Kramser. Das VUK Wien besteht bereits seit dem Jahr 1952. Sieben der insgesamt neun Spezialfahrzeuge wurden in den vergangenen beiden Jahren durch modernere Modelle ersetzt, die beiden anderen sollen bis zum kommenden Jahr ausgetauscht werden, so der Wunsch von Kramser.

(APA/Red)

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