Verkehrschaos um Stadion - Polizei mit Konzept dennoch zufrieden

Erhebliche Staus und ein Unfall auf der Tangente haben am Mittwoch beim Länderspiel Österreich gegen Deutschland den Verkehr rund um das Wiener Ernst-Happel-Stadion zeitweise völlig zum Erliegen gebracht.

Dass ein derartiges Chaos bei der EURO an den Spieltagen “täglich” blühen wird, glauben Verkehrsexperten dennoch nicht. “Wenn sich die Zufahrt auf so kurze Zeit konzentriert, nützt das beste Konzept nichts”, sagte Revierinspektor Michael Takacs von der Landesverkehrsabteilung. Auch die Autofahrerclubs ARBÖ und ÖAMTC relativierten.

“Bei der Europameisterschaft haben wir einen eigenen Zustand. Es sind viele Maßnahmen geplant, die den Verkehr entlasten werden”, hieß es beim Autofahrerclub ARBÖ. Durch die Ringsperre werden viele ohnehin nicht fahren und das große Plus im Vergleich zu gestern sei, dass nur Busse zum Stadion hineinfahren dürfen. Pkw sollen auf Parkplätze umgeleitet und die Besucher mit Shuttlediensten zum Stadion gebracht werden. Ein gemeinsames Verkehrskonzept von Ö3 Verkehrsredaktion, ARBÖ, ÖAMTC und Exekutive werde gerade erarbeitet.

Auch beim ÖAMTC gibt man Entwarnung. “Man kann das gestrige Chaos mit der Echtsituation nicht vergleichen”, sagte Verkehrsexperte Christian Dachs. Das Konzept sei grundsätzlich in Ordnung, die gestrige Situation habe keine Aussagekraft. Eine wesentliche Erleichterung werde auch die zusätzliche U-Bahnverbindung bringen und die Straßen entlasten.

Dass selbst die Polizei im Stau steckte und Schwierigkeiten hatte, rasch am Ort des Geschehens zu sein, sei laut Takacs ebenfalls nicht weiter tragisch gewesen: “Gerade bei der EURO sind viele motorisierte Kräfte im Einsatz, die problemlos rasch vorwärtskommen.” Das Problem gestern sei vor allem der Unfall gewesen, gegen so etwas könne man aber nichts machen. Auch die Fußgänger, die die Straßen “verstopften”, waren nur schwer zu kontrollieren.

“Eine Rolle spielte sicher auch, dass die Leute viel zu knapp zum Stadion hingefahren sind. Das ist wie an einem typischen Montagmorgen, wo ich genau dann, wenn ich es eilig habe, ein Mülltransporter vor mir fährt”, sagte Takacs.

Als gelungene Generalprobe für die EURO werden Verkehrsteilnehmer die gestrige Situation wohl dennoch nicht bewerten: So gab es auf der Südosttangente (A23) einen Stau von zehn Kilometern Länge in Richtung Süden, vom Alsergrund zum Stadion benötigte man mit einem Pkw rund 70 Minuten. “Ich bin eine Stunde im Bus gesessen”, jammerte ein Besucher im Stadion.

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