Vergrabenes Geld sorgt für Goldgräberfieber

Gibt es einen Schatz zu finden?
Gibt es einen Schatz zu finden? ©APA (Mühlanger)
Der angeblich in einem Waldstück bei Ebbs im Tiroler Bezirk Kufstein vergrabene Schatz von fünf Millionen Euro hat am Dienstag in der kleinen Gemeinde weiterhin für Goldgräberfieber gesorgt. Bereits am Montag waren Fernseh-Teams mitunter aus Deutschland angereist, um sich ein Bild vom "Andrang" der Schatzsucher zu machen. Die Bewohner sahen den Rummel mit Humor und freuten sich über das Interesse.

“Gestern war einiges los”, schilderte die Wirtin des gleich an das Waldstück im Ortsteil Eichelwang angrenzenden Gasthauses “Zur Schanz”, Maria Egger-Rieder, der APA. Sie glaube nicht, dass eine so große Menge Geld im Wald vergraben sei. Zur Zeit würde sich aber im Ort einiges rühren.

Der Amtsleiter in der Gemeinde, Anton Geisler, berichtete, die Leute seien weder mit Schaufeln noch mit Spitzhacken bewaffnet in den Wald gekommen. Die Schatzsuche beschränke sich vorerst noch auf das Nachschauen unter Steinen und in Löchern. Geisler nahm an, dass das Goldgräberfieber in dem rund 15 Hektar großen Gebiet noch einige Tage andauern werde.

Ein ehemaliger Vermögensverwalter und Partner der deutschen DAB-Bank hatte vor acht Jahren insgesamt fünf Millionen Euro von Kundenkonten abgezweigt. Der Mann wurde verurteilt, das veruntreute Vermögen blieb verschwunden. Aus der Haft entlassen, hefteten sich die Privatermittler an seine Fersen. Der Betrüger führte die Detektive nach Tirol, wo er nachts mit einer Taschenlampe in einen Wald stapfte. Tage später habe er einem Gläubiger in Deutschland 100.000 Euro in feuchten und modrig riechenden 500er-Scheinen übergeben. Das ließ die Ermittler vermuten, dass das veruntreute Geld noch existiert.

Die Summe von fünf Millionen Euro wollte die DAB-Bank allerdings nicht bestätigen. Darüber sei ihr nichts bekannt, meinte eine Sprecherin des geschädigten Geldinstituts am Dienstag zur APA. Sie bestätigte Angaben der Tageszeitung “Österreich”, dass die Bank “derzeit mit keinem Detektiv zusammenarbeite”. Dem Institut sei damals ein Schaden von 1,65 Millionen Euro entstanden. Die Sprecherin bezeichnete den Fall als “sehr dubios”. Für die DAB-Bank sei die Causa 2002 mit der Verurteilung des Angeklagten abgeschlossen worden.

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