Verbund 2 - Absatzpreise in europäischen Strommärkten erhöht

Österreichs größter Stromerzeuger, die börsenotierte Verbundgesellschaft, konnte im 1. Quartal 2008 ihre durchschnittlichen Absatzpreise in den europäischen Strommärkten neuerlich erhöhen.

Nach einem deutlichen Einbruch der europäischen Spotmarktpreise für Strom im Jahr 2007 infolge des Preisverfalls für CO2-Emissionsrechte und des außerordentlich warmen Winters, erholten sich die Preise im 1. Quartal 2008 wieder. Getrieben wurde diese Entwicklung vor allem durch die hohen Preise für Primärenergieträger und CO2-Emissionsrechte sowie durch den Rückgang der europäischen Reservekapazitäten, so der Verbund. Die Preise für Day-ahead-Lieferungen lagen in den ersten drei Monaten 2008 an der deutschen Strombörse EEX mit durchschnittlich 56,2 Euro/MWh für Base-load um 89 Prozent über dem Vergleichswert des Vorjahres. Für Peak-load betrug der Anstieg 77 Prozent. Zusätzlich lägen die europäischen Forwardpreise weiterhin auf hohem Niveau.

In Österreich beziehen knapp 140.000 Endkunden Strom von der Verbund – Austrian Power Sales GmbH (APS). Die heimischen Kraftwerks- und Leitungsbauvorhaben verliefen zügig und zum Teil deutlich besser als geplant. So sei der jüngste Bauabschnitt für Limberg II vier Monate früher abgeschlossen worden als erwartet, 2012 soll das Pumpspeicher-Kraftwerk, welches die Leistung der Verbund-Kraftwerksgruppe Kaprun mehr als verdoppeln wird, in Betrieb gehen. Ebenfalls “plangemäß” verlaufe der Bau der 380-kV-Steiermarkleitung, die Inbetriebnahme sei für Mitte 2009 vorgesehen, heißt es im Aktionärsbrief.

Bei den ausländischen Beteiligungen habe die italienische Strom- und Erdgas-Gesellschaft Sorgenia, an der der Verbund 38 Prozent hält, im vergangenen Jahr das Ergebnis nach Steuern und Minderheitsbeteiligungen um knapp 16 Prozent steigern können. Der Bau des 770 Megawatt (MW)-Gaskraftwerks Modugno sei weit fortgeschritten; die Inbetriebnahme werde Ende dieses Jahres erfolgen. Zwei weitere thermische Kraftwerke mit je 770 MW sollen noch heuer in Bau gehen. Aktuell verfügt die Sorgenia in Italien über 2.000 MW an Erzeugungskapazität.

In Frankreich sei der Bau des thermischen Kraftwerks Pont sur Sambre (412 MW) bereits weit fortgeschritten, die Inbetriebnahme für das erste Quartal 2009 vorgesehen. Weitere thermische Kraftwerke des Verbund-Joint-Ventures Poweo befinden sich laut Verbund derzeit in der Planungs- und Genehmigungsphase.

In der Türkei hat die zu gleichen Teilen vom Verbund-Konzern und der Sabanci-Holding gehaltene EnerjiSA soeben den Baubeschluss für ein 920-MW-Gaskraftwerk gefasst. Dieses wird in Bandirma an der Südküste des Marmarameeres in der Nordwest-Türkei errichtet. Die Inbetriebnahme ist für Herbst 2010 vorgesehen. Die EnerjiSA verfügt über 455 MW an bereits installierter Leistung (370 MW Gas- und 85 MW Wasserkraftwerke) und über Lizenzen für 908 MW Wasserkraftwerke, 150 MW Windkraftwerke sowie ein Braunkohlefeld für ein 450-MW-Kraftwerk. Der Großteil der Kraftwerke soll zwischen 2010 und 2012 ans Netz gehen. Bis 2015 will die EnerjiSA mit einer installierten Leistung von 5.000 MW einen Anteil von 10 Prozent am türkischen Strommarkt halten.

Die Stromerlöse des Verbund stiegen im ersten Quartal um 8,9 Prozent auf 793,6 Mio. Euro. Auf die Auslandsmärkte entfielen dabei 61,1 (66,4) Prozent.

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