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Verbrüh-Unfälle bei Kindern im Winter besonders häufig

Besonders im Winter häufen sich Verbrüh-Unfälle.
Besonders im Winter häufen sich Verbrüh-Unfälle. ©APA
Eine Tasse Tee, ein kochender Topf Suppe am Herd oder eine heiße Dusche: Besonders in den kalten Wintermonaten sind heiße Flüssigkeiten allgegenwärtig. Für Kinder können sie jedoch gefährlich werden.

Heiße Flüssigkeiten wie Tee oder Suppe sind im Winter allgegenwärtig, für Kinder aber gefährlich: Bis Ende Jänner ist in Österreich mit täglich durchschnittlich acht Verbrennungs- und Verbrühungsunfällen bei Kindern zu rechnen, warnt das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV). Jedes Jahr müssen mehr als 2.000 Mädchen und Buben aufgrund von thermischen Verletzungen ins Spital - die meisten nach Verbrühungen.

"Trifft eine heiße Flüssigkeit mit 65 Grad Celsius eine halbe Sekunde auf die Haut eines Kindes, kann sie bereits Verbrennungen dritten Grades verursachen", so Lars-Peter Kamolz, Leiter der Klinischen Abteilung für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie am LKH-Univ. Klinikum Graz. "Der Inhalt einer einzelnen Tasse heißen Tees reicht aus, um eine Verbrühung von rund 30 Prozent der Körperoberfläche eines Kleinkindes zu verursachen." Für so junge Kinder können Verletzungen in diesem Ausmaß tödlich sein.

Verbrennungen: Schnelle Hilfe entscheidend

Schnelle Hilfe ist entscheidend: Über die zerstörte Haut geht viel Flüssigkeit verloren, wodurch bei Kleinkindern die Gefahr eines Schocks besteht. Daher muss umgehend die Rettung (Notruf: 144) alarmiert oder ein Krankenhaus aufgesucht werden. Eine ärztliche Versorgung ist immer dann erforderlich, wenn die thermische Verletzung größer ist als die Handfläche des Kindes.

Verbrennungs- und Verbrühungsunfälle zählen nach Knochenbrüchen, offenen Wunden und Prellungen zu den häufigsten im Krankenhaus behandelten Verletzungen von Kindern. Heiße Flüssigkeiten sind für mehr als 60 Prozent solcher spitalbehandelten Vorfälle ursächlich, sagte KFV-Direktor Othmar Thann.

Meisten Unfälle können vermieden werden

Die meisten Unfälle könnten vermieden werden. Dazu die Sicherheitstipps des KFV: Besondere Vorsicht beim Tragen von Gefäßen mit heißen Flüssigkeiten, wenn sich kleine Kinder in der Wohnung aufhalten. Gefäße so platzieren, dass kleine Kinder sie nicht herunterziehen können. Herabhängende Tischdecken vermeiden. Den Herd durch ein Schutzgitter abschirmen, die hinteren Kochfelder verwenden und Griffe von heißen Töpfen und Pfannen zur Wand drehen. Kabel von Elektrowasserkochern, Fritteusen, Kaffeemaschinen und Bügeleisen nicht herunterhängen lassen. Temperatur des Badewassers mit einem Thermometer kontrollieren. Thermostat-Armaturen mit Temperaturbegrenzern verhindern eine selbstständige Bedienung des Heißwasserhahns. In Wärmflaschen keine Flüssigkeiten über 45 Grad Celsius füllen und die heiße Wärmflasche nie in direkten Kontakt mit der Haut bringen.

(APA/red)

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