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Venus im Pelz - Trailer und Kritik zum Film

"Venus im Pelz" heißt eine 1870 erschienene Novelle des alt-österreichischen Schriftstellers Leopold von Sacher-Masoch (1836-1895). "Venus im Pelz" heißt auch ein Zwei-Personen-Stück des US-Amerikaners David Ives, das Anfang 2010 am Broadway uraufgeführt wurde. Alle Spielzeiten auf einen Blick

Und nun kommt “Venus im Pelz” als Film von Roman Polanski am 22. November in die Kinos – ein großartiges Kammerspiel, das die Bühne eines leeren Pariser Theaters bei einem Vorsprechen zur strengen Kammer macht. Zur Österreich-Premiere am Montag kommt Hauptdarstellerin Emmanuelle Seigner nach Wien.

Venus im Pelz: Die Geschichte

Seigner, die bei den vergangenen Wiener Festwochen in der von Luc Bondy inszenierten französischen Fassung des Pinter-Klassikers “The Homecoming” zu sehen war, ist seit 1989 mit Polanski verheiratet und hat mit ihm “Frantic” (1988), “Bitter Moon” (1992) und “Die neun Pforten” (1999) gedreht. Dass ihr Bühnenpartner Mathieu Amalric dem jungen Polanski wie aus dem Gesicht geschnitten ähnlich sieht, verleiht dem Pas-de-deux einen zusätzlichen Reiz. Der aber nicht nötig wäre. Denn das Spiel der beiden ist ein wahrer Krimi, bei dem die Kamera von Pawel Edelman (“Der Pianist”, “Der Ghostwriter”, “Der Gott des Gemetzels”) die Akteure als Voyeur umkreist.

Das Setting ist simpel. Der Autor und Regisseur Thomas ist auf der Suche nach einer Hauptdarstellerin für sein eigenes Theaterstück, das sich in manchen Motiven an der bekannten Sacher-Masoch-Vorlage orientiert. Nach einem ergebnislosen Vorsprech-Termin packt er frustriert seine Unterlagen zusammen. Da platzt die Schauspielerin Vanda herein – viel zu spät, total überdreht und offenbar bereit, für diese Rolle alles zu geben. Mit ihrer starken Persönlichkeit beeindruckt sie den Autor, der sie eben noch genervt hinauswerfen wollte.

Venus im Pelz: Die Kritik

Die von Sacher-Masoch beschriebene Geschichte der lustvollen Selbst-Unterwerfung des jungen Severin von Kusiemski, der sich per Vertrag zum Sklaven der reichen Witwe Wanda macht, hat in Thomas’ Version offenbar viel mit der Aufarbeitung eigener Traumata zu tun. Rasch wittert die Schauspielerin ihre Chance, übernimmt in perfiden, sado-masochistisch geprägten Rollenwechseln das Kommando. Immer klarer wird, dass Vanda das Stück und seine Vorlage wesentlich genauer studiert hat, als sie zunächst zugibt.

Es ist ein Kräftemessen und ein Rollenspiel, das sich mit den Tiefen der Seele und der Leidenschaft gleichermaßen wie mit den kathartischen Wirkungen des Theaters beschäftigt, dramatische Brüche und Pathos nicht scheut, gleitende, irritierende Übergänge zwischen Leben und Spiel schafft und in ein Finale mündet, das alles auf den Kopf zu stellen scheint. Dass dafür lediglich ein einziger Schauplatz und nur zwei Schauspieler nötig sind und der Film dennoch nie bloß verfilmtes Theater ist, zeigt eindrucksvoll: Der im August 80 (!) gewordene Regisseur, der zuletzt vor allem wegen der aus dem Jahr 1977 stammenden Vergewaltigungsvorwürfe Schlagzeilen gemacht hatte, beherrscht noch immer die Magie des Kinos wie nur wenige andere.

(APA)

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