Venezuela verstaatlicht elf Ölbohrinseln eines US-Betreibers

Venezuela will elf Ölbohrinseln des US-Unternehmens Helmerich & Payne verstaatlichen. Auf den Plattformen ruht wegen eines Streits um ausstehende Zahlungen der nationalen Ölgesellschaft PDVSA seit Monaten die Förderung. Mit der Verstaatlichung soll dafür gesorgt werden, dass dort wieder produziert werde, sagte Ölminister Rafael Ramirez am Mittwoch.

Helmerich & Payne warf er vor, sich Gesprächen über die Preisgestaltung verschlossen zu haben. Indem Unternehmen den Betrieb ihrer Bohrplattformen verweigerten, wollten sie die Regierung von Präsident Hugo Chavez schwächen.

Von Helmerich & Payne war zunächst keine Reaktion zu erhalten. Das Vorgehen der Regierung gegen das US-Unternehmen – einen Branchenzwerg im Vergleich zu ebenfalls in Venezuela präsenten globalen Konzernen wie Halliburton, Schlumberger und Baker Hughes – ist vor dem Hintergrund des langwierigen Streits um die Zahlungen von PDVSA keine Überraschung.

Die Verstaatlichung der Energieindustrie ist ein zentrales Element der von Präsident Chavez verkündeten Revolution. Auch einige Banken, Stahl- und Telekommunikationsfirmen hat er bereits übernommen. Besonders radikal geht der Linkspolitiker häufig in Wahlkämpfen wie derzeit vor der Parlamentswahl im September vor. Derzeit bildet die venezolanische Wirtschaft das Schlusslicht in Lateinamerika, wozu unter anderem ein Rückgang der Ölproduktion beigetragen hat.

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