VCÖ-Studie: Verkehrstote österreichweit

Der österreichische Verkehrsclub (VCÖ) zeigt in einer aktuellen Studie die gefährlichsten Bezirke gemessen an Verkehrstoten auf. An der Spitze der Statistik liegt der Bezirk Horn in Niederösterreich. Kein tödlicher Verkehrsunfall zwischen 2005 und 2009 ereignete sich nur in zwei Bezirken.

Im Bezirk Horn in Niederösterreich ist die Todesrate im Straßenverkehr am höchsten, wie eine aktuelle VCÖ-Untersuchung zeigt. In den vergangenen fünf Jahren gab es in Horn pro 10.000 Einwohner 13,6 Verkehrstote. Am zweithöchsten ist das tödliche Unfallrisiko im Bezirk Reutte. Weiteres Ergebnis der VCÖ-Untersuchung: Nur in zwei Bezirken gab es in den Jahren 2005 bis 2009 keinen einzigen tödlichen Verkehrsunfall: In Rust und in Wien Innere Stadt. Der VCÖ fordert die Abschaffung der bestehenden „Toleranzgrenzen“ beim Schnellfahren.

Die Verkehrssicherheit in Österreichs Bezirke ist sehr unterschiedlich, wie eine aktuelle VCÖ-Untersuchung zeigt. Im Zeitraum 2005 bis 2009 gab es nur in zwei der 121 Bezirken keinen einzigen tödlichen Verkehrsunfall: In der Stadt Rust und in Wien Innere Stadt. In Wien-Wieden und Wien-Margareten gab es in vier der fünf Jahre keinen Verkehrstoten. „In Summe haben in den vergangenen fünf Jahren 24 Bezirke zumindest einmal das Ziel „null Verkehrstote“ erreicht. Allein im Vorjahr war das in 13 Bezirken der Fall“, berichtet VCÖ-Experte DI Martin Blum.

Die VCÖ-Untersuchung macht deutlich, wo in Österreich im Verhältnis zur Einwohnerzahl das Unfallrisiko am höchsten ist: Im Bezirk Horn ist die Todesrate mit 13,6 Verkehrstoten pro 10.000 Einwohner mit Abstand am höchsten. Dahinter folgen der Bezirk Reutte (9,4) vor Mistelbach und Zell am See (jeweils 9,2). Auffallend ist, dass sechs der zehn Bezirke mit den meisten tödlichen Verkehrsunfällen pro 10.000 Einwohner in Niederösterreich liegen.

„Die Geschwindigkeit ist der Haupteinflussfaktor, ob ein Verkehrsunfall tödlich endet oder nicht. Und der Temporausch ist in Österreich das größte Verkehrssicherheitsproblem, wie auch der Vergleich mit anderen europäischen Staaten zeigt“, betont VCÖ-Experte Blum. Österreich hat im internationalen Vergleich hohe Tempolimits. Auf den besonders gefährlichen Freilandstraßen haben mit Ausnahme Deutschlands alle EU-Staaten niedrigere Tempolimits als Österreich. Auch auf Autobahnen gilt in vielen Staaten ein niedrigeres Limit als hierzulande.

Der VCÖ weist darauf hin, dass zusätzlich zu den hohen Tempolimits Österreich eine sehr hohe Toleranzgrenze beim Überschreiten von Tempolimits aufweist. Während in der Schweiz schon drei km/h über dem erlaubten Limit bestraft werden, werden in Österreich zehn oder fünfzehn km/h zu viel meist toleriert. Der VCÖ fordert die Abschaffung der Toleranzgrenzen und mehr Verkehrskontrollen. Zudem unterstützt der VCÖ den Vorschlag von Verkehrsministerin Doris Bures, dass Schnellfahren ein Delikt im Vormerksystem wird.

„Im Bereich der Arbeitssicherheit führen tödliche Unfälle zu Konsequenzen. Es müssen Maßnahmen gesetzt werden, damit in Zukunft keine schweren Unfälle passieren. Dieses Prinzip fehlt im Straßenverkehr“, so VCÖ-Experte Blum.

VCÖ: Österreichs 25 Bezirke mit den meisten tödlichen Verkehrsunfällen (Verkehrstote pro 10.000 Einwohnerinnen und Einwohner, Jahre 2009 – 2005)

Horn (NÖ): 13,6
Reutte (T): 9,4
Mistelbach (NÖ): 9,2
Zell am See (S): 9,2
Bruck a./d. Leitha (NÖ): 9,1
Tamsweg (S): 8,9
Gänserndorf (NÖ): 8,6
Sankt Pölten (Land) (NÖ): 8,3
Murau (ST): 8,3
Melk (NÖ): 8,1
Liezen (ST): 7,7
Korneuburg (NÖ): 7,6
Scheibbs (NÖ): 7,5
Kirchdorf a./d. Krems (ÖÖ): 7,5
Hartberg (ST): 7,2
Hollabrunn (NÖ): 7,2
Hermagor (K): 7,1
Oberpullendorf (B): 7,1
Wiener Neustadt (Land) NÖ: 7,1
Vöcklabruck (OÖ): 7,0
Ried im Innkreis (OÖ): 7,0
Gmünd (NÖ): 7,0
Neunkirchen (NÖ): 7,0
Völkermarkt (OÖ): 6,9
Wels (Land)(OÖ): 6,7
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2010

VCÖ-Studie: Die Top 25 der Bezirke mit den wenigsten tödlichen Verkehrsunfällen (Verkehrstote pro 10.000 Einwohnerinnen und Einwohner, Jahre 2009-2005)

1. Rust (Stadt): 0,0
1. Wien-Innere Stadt: 0,0
3. Wien-Brigittenau: 0,4
3. Wien-Wieden: 0,4
3. Wien-Margareten: 0,4
6. Wien-Ottakring: 0,5
7. Wien-Penzing: 0,6
7,. Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus: 0,6
9. Wien-Meidling: 0,8
10. Wien-Döbling: 0,8
10. Wien-Hietzing: 0,8
12. Wien-Währing: 0,9
13. Wien-Donaustadt: 1,0
13. Wien-Alsergrund: 1,0
15. Wien-Mariahilf: 1,1
16. Wien-Neubau: 1,1
17. Wien-Josefstadt: 1,3
17: Wien-Leopoldstadt: 1,3
19: Wien-Liesing: 1,3
19. Wien-Favoriten: 1,3
19: Wien-Landstraße: 1,3
22. Wien-Simmering: 1,4
23. Salzburg (Stadt): 1,5
24. Wien-Hernals: 1,6
25. Innsbruck (Stadt): 1,7
25. Wien-Floridsdorf: 1,7
25. Waidhofen a./d. Ybbs (Stadt) 1,7

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2010

VCÖ: Die gefährlichsten Bezirke je Bundesland (Verkehrstote pro 10.000 Einwohnerinnen und Einwohner, Jahre 2009-2005)

NÖ: Horn 13,6
Tirol: Reutte 9,4
Salzburg: Zell am See 9,2
Steiermark: Murau 8,3
OÖ: Kirchdorf an der Krems: 7,5
Kärnten: Hermagor 7,1
Burgenland: Oberpullendorf: 7,1
Vorarlberg: Bregenz 4,6
Wien: Floridsdorf 1,7
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2010

VCÖ-Studie: Die sichersten Bezirke je Bundesland (Verkehrstote pro 10.000 Einwohnerinnen und Einwohner, Jahre 2009-2005)

Burgenland: Rust 0,0
Wien: 1. Bezirk – Innere Stadt 0,0
Salzburg: Salzburg Stadt 1,5
Tirol: Innsbruck 1,7
NÖ: Waidhofen / Ybbs 1,7
Steiermark: Graz 1,8
OÖ: Steyr 1,8
Vorarlberg: Dornbirn 2,1
Kärnten: Villach 2,1

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