Vater nach Familientragödie vor Salzburger Schwurgericht

Salzburg - Ein 40-jähriger Vater muss sich seit heute, Dienstag, am Landesgericht Salzburg vor einem Geschworenengericht wegen eines Familiendrama verantworten, das sich in der Vorweihnachtszeit vergangenen Jahres nahe der Landeshauptstadt ereignet hat.
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Laut Anklage hat der Architekt versucht, sich und die vier im Haus lebenden Kinder zu töten. Die damals fünfjährige Tochter wurde mit einem Messer schwer verletzt, die anderen Kinder und seine Frau überstanden die schreckliche Nacht schwer geschockt, aber körperlich unversehrt.

Der Architekt leidet unter einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung, die sich wiederholt in Form von extremer Eifersucht offenbarte. Bereits 2006 soll er seiner Frau mit dem Umbringen gedroht haben. Das wiederholte sich im Lauf der Zeit immer wieder. Am 17. Dezember 2009 begannen die beiden zum zweiten Mal eine Paartherapie. Danach besuchten sie die Firmenweihnachtsfeier des 40-Jährigen, von der die Frau aber bald zu den Kindern (drei, fünf, acht und zwölf Jahre alt) nach Hause fuhr. Um 3 Uhr kam der Architekt erheblich alkoholisiert heim. Die Eheleute begannen wegen eines Freundes der Frau zu streiten, zu dem sie nach eigenen Angaben ein rein freundschaftliches Verhältnis hatte. Als die Ehefrau das Gespräch auf nächsten Tag verschieben wollte, drehte der 40-Jährige völlig durch.

Zu diesem Zeitpunkt habe er bereits den Plan gehabt, sich und die Kinder zu töten und nur die Frau am Leben zu lassen, damit sie mit dieser Erinnerung leben müsse, so die Staatsanwaltschaft. Der Angeklagte holte ein Messer und schnitt sich in den Arm. Als die Frau die Waffe sah, flüchtete sie mit drei Kindern in ein Zimmer und verbarrikadierte sich. Im Abstellraum zündete der 40-Jährige eine Schachtel mit Familienfotos an. Durch den Lärm wachte die Fünfjährige auf. Der Vater stach der Kleinen daraufhin laut Anklage wiederholt mit dem Messer in Bauch und Brust. Dann versuchte er, sich Zutritt in das Zimmer zu verschaffen, in dem sich die übrige Familie befand, kam aber nicht hinein. Nachdem er sich noch an mehreren Stellen die Unterarme aufgeschnitten hatte, flüchtete der Mann mit dem verletzten Kind auf die Terrasse. Von dort konnte die Feuerwehr alle retten.

Der Architekt wurde wegen des Verdachts des versuchten Mordes angeklagt. Sein Verteidiger geht von einer versuchten Nötigung und gefährlichen Drohung aus. Eine Tötungsabsicht könne er nicht erkennen, so der Anwalt.

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