Vassilakou: "Fantasie keine Grenzen gesetzt"

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Die grüne Klubobfrau Maria Vassilakou hat sich infolge der Bekanntgabe von Bürgermeister Michael Häupl (S), mit den Grünen in Koalitionsgespräche zu treten, "stolz und erfreut" gezeigt.

“Das ist eine erfreuliche und gute Entscheidung des Herrn Bürgermeisters.” Sie sei zuversichtlich, dass der Zeitplan eingehalten werden könne und man bis zum 3. November ein “gutes Programm, auf das wir alle stolz sein werden”, ausverhandelt habe und damit die neue Regierung stehe. “Ich gehe in diese Verhandlungen, um sie auch erfolgreich abzuschließen”, so die Klubchefin in einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz am Freitag.

Dass ihrer Partei laut D’Hondt’schem Verteilungsschlüssel nur ein Stadtratsposten zusteht, “diese Ausgangsbasis respektiere ich”, gab sich Vassilakou bescheiden. Die Frage nach dem konkreten Ressort stehe jedenfalls nicht am Beginn, sondern am Schluss der Gespräche – “und das ist gut so”. Es müsse sich aber entlang jener Themenbereiche orientieren, in denen die grünen Schwerpunkte lägen. Als solche nannte die Parteichefin heute Integration, Umwelt und Bildung. Zudem gebe es auch weitere Rollen, innerhalb derer man in der Stadt Wien Politik machen könne, zeigte sich die oberste Koalitionsverhandlerin einigermaßen orakelhaft: “Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.”

Man stehe erst am Vorabend von Verhandlungen, gab Vassilakou zu bedenken: “Rot-Grün ist nicht fix.” Sie habe Häupl durch “konstruktive und sehr positive Gespräche” überzeugt. Sollte es tatsächlich zu einer Regierungszusammenarbeit kommen, gehe sie fest davon aus, dass die Koalition fünf Jahre halten und hervorragende Arbeit leisten werde. Man habe auch in der Vergangenheit in Form rot-grüner Projekte bereits gute Zusammenarbeit geleistet. Auch die Bilanz von der Oppositionsbank könne sich sehen lassen, wobei natürlich zwischen der Rolle einer Oppositions- und einer Regierungspartei ein Unterschied bestehe.

Rot-Grün wäre nicht nur ein Signal des Aufbruchs für Wien, sondern würde auch in der Bundespolitik viel auslösen, zeigte sich Vassilakou überzeugt. Auf die Frage nach der künftigen Rolle von Vorzugsstimmenfischer Alexander Van der Bellen, der angekündigt hatte, im Falle von Rot-Grün in die Bundeshauptstadt zu wechseln, sagte die Grünen-Chefin: “Dass er eine Rolle spielen wird, liegt auf der Hand. Wenn er zur Verfügung steht, werden wir ihn zu nutzen wissen.” In welcher Form, ließ sie sich nicht entlocken: “Das werden wir zum Schluss wissen.”

In den einzelnen Untergruppen würden neben den “eigenverantwortlichen” Mandataren auch Fachexperten mit dabei sein, ließ die Klubobfrau wissen. Man gehe mit dem Ziel in die Verhandlungen, möglichst viele der Wahlkampfforderungen umzusetzen, wobei “natürlich viel mehr vereinbart werden wird, als in einem grünen Ressort umgesetzt werden kann”. Um allzu heftigen Gegenwind seitens der Interessensvertretungen der Wirtschaft zu vermeiden, “wird es unsere Aufgabe sein, diese einzubinden”.

In puncto Stabilität angesichts der sommerlichen Bezirksquerelen verwies Vassilakou darauf, dass die Grünen geschlossen hinter den Verhandlungen stünden und sich geschlossen über die bevorstehende Aufnahme der Gespräche freuten. In absehbarer Zeit sollten neue Strukturen implementiert werden, um die Frage der Bewerber für Führungsposten in den Bezirken früher klären zu können.

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