Vandalismus in Pfarrkirche in NÖ: Jugendliche nach Verwüstung verurteilt

In dieser Kirche wüteten die jungen Vandalen
In dieser Kirche wüteten die jungen Vandalen ©LPD NÖ
Wenn Teenager eine Kirche unaussprechlich verwüsten: Wegen zahlreicher Diebstähle und Einbrüche standen fünf Jugendliche am Dienstag in St. Pölten vor Gericht. Drei Beschuldigten wurde zudem vorgeworfen, im August die Pfarrkirche Wieselburg (Bezirk Scheibbs) verwüstet zu haben.
Vandalismus in der Kirche
Bilder aus dem Gotteshaus

Die Angeklagten im Alter von 15 und 16 zeigten sich geständig. Vier Burschen wurden rechtskräftig zu sechs Monaten bedingt verurteilt, einer kam mit einer Diversion davon.

Jugendliche wüteten in Pfarrkirche Wieselburg

Die Jugendlichen aus den Bezirken Melk und Scheibbs waren im August in die Wieselburger Pfarrkirche eingedrungen. Der Tabernakel wurde herausgerissen, Elektrokabel wurden durch- und Sesselpolsterungen aufgeschnitten und ein Pentagramm aus Sand geformt. Ein Bursche verrichtete seine Notdurft auf dem Teppich beim Altar und verwendete das Altartuch als WC-Papier. Zudem wurde in das Weihwasserbecken uriniert. Erbeutet wurden wenige Hundert Euro Bargeld.

Der Erstangeklagte war am Dienstag nicht zur Einzelrichterverhandlung erschienen. Das Verfahren gegen ihn wurde ausgeschieden. Die anwesenden Teenager, die sich in oder kurz vor einer Lehrausbildung befinden, bekannten sich schuldig. “Ich bereue es”, meinte ein 15-Jähriger. Er habe sich beim Pfarrer in Wieselburg entschuldigt und inzwischen Schadenswiedergutmachung geleistet.

Reue und Geständnisse bezüglich Einbrüchen und Co.

Außerdem zeigten sich die drei 15- und zwei 16-Jährigen geständig, in unterschiedlicher Zusammensetzung Einbruchsdiebstähle in eine Neue Mittelschule im Bezirk Melk sowie in Vereinslokale und Pkw begangen, Zeitungskassen aufgebrochen und dabei u.a. Bargeld erbeutet zu haben. Als Motiv für die Taten gaben einige Burschen an, Geld für Sprit, Lebensmittel oder Zigaretten gebraucht zu haben. Das – zum Teil geringe – Diebesgut hatten sie aufgeteilt. Vom Lagerplatz eines Supermarktes in St. Pölten hatten mehrere Beschuldigte beispielsweise Lebensmittel und Getränke entwendet, im Bezirk Melk hatten sie die Scheibe eines Autos eingeschlagen und einen USB-Stick gestohlen.

“Klassische Jugendkriminalität” – sinnlos, respektlos, moralisch verwerflich

Es handle sich um “klassische Jugendkriminalität”, verwies der Staatsanwalt im Schlussvortrag auf die Sinnlosigkeit der Taten und die äußerst geringe Beute. Die Anklage liste zahlreiche Delikte auf, der Vorfall in der Pfarrkirche zeuge von “Respektlosigkeit”. Die Verteidiger ersuchten um ein mildes Urteil.

Moralisch sei das verwerflichste Delikt jenes in der Kirche, das rechtlich schwerwiegendste das Aufbrechen von Zeitungskassen, sagte der Richter. Er habe die reumütigen Geständnisse bei der Strafbemessung “belohnt”. Positiv hob er in der Urteilsbegründung auch hervor, dass zwei Angeklagte den Schaden wieder gut gemacht haben. Die Strafe scheine nicht im Leumundszeugnis auf, hielt der Richter fest. Für die vier zu bedingten Strafen Verurteilten wurde Bewährungshilfe für die Dauer der Probezeit von drei Jahren angeordnet. Ein 15-Jähriger, der bei Einbrüchen in Vereinslokale im Bezirk Melk dabei war, nahm das Angebot einer Diversion an – er muss 100 Stunden an gemeinnützigen Leistungen erbringen.

(apa/Red)

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