Van der Bellen im Interview: "Europäer müssen nicht tanzen, wenn Trump pfeift"

Van der Bellen gab sich im Interview mit der deutschen Tageszeitung "Die Welt" kritisch.
Van der Bellen gab sich im Interview mit der deutschen Tageszeitung "Die Welt" kritisch. ©AP Photo/Michael Gruber
Gegen die Politik von US-Präsident Donald Trump würde sich Alexander Van der Bellen mehr Widerstand von der EU wünschen. Außerdem warnte er davor, dass sich Europa in verschiedenen Geschwindigkeiten entwickle.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen fordert von der EU entschiedenen Widerstand gegen die Politik von US-Präsident Donald Trump. “Die Europäer müssen nicht tanzen, wenn Trump pfeift”, sagte Van der Bellen in einem Interview mit der deutschen Tageszeitung “Die Welt” (Montag).

Van der Bellen verlangt mehr Widerstand gegen Trump

Konkret in diesem Zusammenhang nannte er das Atomabkommen mit dem Iran, das von Washington mit beschlossen wurde. Dann habe Washington das Abkommen “ohne jeden Anlass” aufgekündigt und anschließend europäischen Unternehmen unter Androhung von schwerwiegenden Sanktionen Geschäfte mit dem Iran untersagt. “Das geht meines Erachtens zu weit”, sagte der Bundespräsident.

Van der Bellen warnte zugleich vor einem Europa, das sich künftig noch stärker mit verschiedenen Geschwindigkeiten entwickelt. Man dürfe es nicht übertreiben, sagte er. Er habe darüber mit Österreichs unmittelbaren Nachbarländern ausführlich gesprochen. “Sie dürfen nicht das Gefühl haben, dass es ein Kerneuropa gibt und sie nur am Rand stehen”, sagte Van der Bellen. “Das wäre gefährlich. Sie wollen dazugehören.”

(APA/Red)

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