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Valentino Lazaro erstmals für ÖFB-Team nominiert

Der Salzburger Lazaro darf nun im ÖFB-Team ran
Der Salzburger Lazaro darf nun im ÖFB-Team ran
Hoffnungsträger Valentino Lazaro steht vor seinem Debüt in der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft. Der 18-jährige Mittelfeldspieler von Meister Red Bull Salzburg wurde von Teamchef Marcel Koller am Donnerstag erstmals in den A-Kader einberufen. Lazaro könnte am 30. Mai in Innsbruck gegen Island und am 3. Juni in Olmütz gegen Tschechien ebenso wie Clubkollege Stefan Ilsanker debütieren.


Eine Garantie für die im Herbst beginnende EM-Qualifikation bedeute die Einberufung für das Supertalent aber nicht, betonte Koller. “Wir haben uns entschieden, mit Lazaro einen jungen Spieler mit Perspektive dazuzunehmen”, sagte der Teamchef über sein 24-köpfiges Aufgebot. “Es ist die letzte Möglichkeit, vor der EM-Qualifikation etwas zu testen.” Lazaro sei ihm schon in der U15 und der U16 aufgefallen. Bei Salzburg hat der Youngster im Herbst elf Ligaeinsätze absolviert.

“Er ist extrem schnell und hat eine gute Technik. Von seinen Fähigkeiten her ist er ein absoluter Perspektivspieler”, erklärte Koller. “Er ist bei Salzburg voll in der ersten Mannschaft dabei. Er braucht aber sicher noch einen weiteren Schritt, um sich da festzubeißen.” Im Nationalteam soll der Kreativspieler, der im März gerade einmal 18 geworden ist, vor allem Erfahrung sammeln.

“Es ist eine Möglichkeit, sich zu präsentieren. Wenn er so stark ist, dass wir ihn nicht mehr zurückgeben können, dann werden wir das auch nicht tun”, sagte Koller. Allerdings müsse man junge Spieler auch darauf vorbereiten, nicht immer im Kader zu stehen. Koller: “Es soll auch ein Zeichen sein für die Jungen, die unten sind, dass wir auf sie schauen.”

Im vergangenen Jahr haben sich etwa Salzburgs Martin Hinteregger oder Rapids Marcel Sabitzer im ÖFB-Team etabliert. Freigeworden sind die Plätze für Lazaro, Ilsanker und ihren Clubkollegen Andreas Ulmer, der nach zwei Jahren ins Aufgebot zurückkehrt, auch durch einige Verletzungen. Linksverteidiger Ulmer etwa ersetzt Kapitän Christian Fuchs, der sich nach seiner Knieoperation noch im Aufbautraining befindet.

Dazu fehlt neben Stuttgart-Angreifer Martin Harnik auch Veli Kavlak wegen einer Schulterverletzung. Der Mittelfeldspieler von Besiktas Istanbul muss sich wegen eines Muskelrisses kommende Woche operieren lassen. Dafür steht Julian Baumgartlinger im defensiven Mittelfeld wieder zur Verfügung. “Jules ist ein wichtiger Spieler. Er ist absolut fit und einsatzfähig”, sagte Koller über den Mainz-Legionär.

Bei Harnik hofft der Teamchef, dass er bis zum Start der EM-Quali im September gegen Schweden wieder voll hergestellt ist. Absagen hat sich Koller für den am 23. Mai in Seefeld beginnenden Lehrgang sonst keine eingehandelt – trotz einer langen Saison. “Mein Ziel war es, dass die Spieler gerne zum Team kommen. Vor zwei Jahren hatten wir um diese Zeit zehn Absagen”, erinnerte der Schweizer. “Da sind wir sicher weiter.”

Island und Tschechien sind durch den Wegfall des August-Termins bereits die letzten Länderspiele vor dem Ernstfall gegen Schweden. “Island ist eine Mannschaft in unserem Bereich”, sagte Koller über den WM-Play-off-Teilnehmer. “Wir spielen gerne gegen bessere oder gleichwertige Gegner.” Im taktischen Bereich will Koller die eine oder andere zusätzliche Variante einstudieren – etwa schnelles Konterspiel aus einer tiefer stehenden Abwehr.

Begleitet dürfte das Teamcamp auch von einigen Transferspekulationen werden. ÖFB-Stammspieler auf Clubsuche sind etwa Torhüter Robert Almer oder Stürmer Marc Janko. “Wir hoffen, dass sie wo hinkommen, wo sie auch das Vertrauen haben”, betonte Koller. Das Nationalteam sei eine Möglichkeit “um sich noch einmal zu präsentieren”.

Janko darf seinen türkischen Club Trabzonspor ebenso ablösefrei verlassen wie Almer den deutschen Zweitliga-Absteiger Energie Cottbus. Auf Abruf nominierte Koller einen weiteren deutschen Zweitliga-Kicker: Michael Liendl von Fortuna Düsseldorf. Clubkollege Erwin Hoffer dagegen sei “im Moment noch kein Thema” gewesen. Koller: “Wir wollen nicht zu viel ändern. Die zwei Spiele sind für uns wichtig, um uns als Team weiterzuentwickeln und für den Herbst vorbereitet zu sein.”

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