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Usbekische Präsidententochter klagt über Schläge

Gulnara Karimowa bei Präsentation ihrer Modelinie
Gulnara Karimowa bei Präsentation ihrer Modelinie
Die einst einflussreiche usbekische Präsidententochter Gulnara Karimowa ist in ihrem Land offenbar in Ungnade gefallen. Über einen Kurier hat die 41-Jährige einen handgeschriebenen Brief an die britische BBC aus der von ihrem Vater mit harter Hand geführten Ex-Sowjetrepublik bringen lassen. Darin beschwert sich Karimowa, sie werde in ihrem Heimatland geschlagen und unter Hausarrest gehalten.


“Ich stehe unter massivem psychischen Druck”, heißt es in dem Brief laut BBC. “Man kann die Zahl der Blutergüsse auf meinen Armen zählen.” Der Sender hat die Handschrift von einer Grafologin überprüfen lassen. Sie stimme mit einer Wahrscheinlichkeit von 75 Prozent mit der Karimowas überein.

Der 76-jährige Islam Karimow steht seit mehr als 20 Jahren an der Spitze des Landes mit 30 Millionen Einwohnern. Auch mit Blick auf sein Alter erwarten Beobachter Umbrüche in dem von Clankämpfen geprägten Land.

Die schillernde Frau galt einst als mögliche Nachfolgerin ihres Vaters im Präsidentenamt des diktatorisch geführten Landes. Sie war unter anderem Botschafterin ihres Landes bei den Vereinten Nationen und in Spanien. Sie präsentierte auch eigene Schmuck- und Modelinien. International geriet Karimowa immer wieder in den Verdacht, an korrupten Geschäften beteiligt zu sein. Ihr Vermögen wird auf mehrere Hundert Millionen US-Dollar geschätzt.

Nach Darstellung der BBC war sie bereits vor einem Jahr bei ihrem Vater in Ungnade gefallen. Seit Februar dieses Jahres seien keinerlei Internetaktivitäten von der Frau mehr aufgetaucht. Zuvor hatte sie Nachrichten über gewaltsame Übergriffe über soziale Netzwerke abgesetzt. Unabhängige Medien gibt es in der autoritär geführten Sowjetrepublik nicht.

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