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USA und Iran kooperieren offenbar gegen Saddam Hussein

Für die Mullahs im Iran sind die USA der „Große Satan“. Und für die Falken in den USA liegt der Iran auf einer „Achse des Bösen“. Doch hinter den Kulissen kommen sich die alten Widersacher offenbar derzeit näher.

Was ihre Feindschaft abmildert, ist der gemeinsame Feind: Saddam Hussein. Angesichts einer möglichen US-Invasion in Irak gibt es sowohl auf amerikanischer als auch iranischer Seite anscheinend Bedarf nach Kooperation. Nach Angaben aus diplomatischen Kreisen ist der iranisch-amerikanische Dialog bereits im Gange – auch wenn dies von Teheran vehement dementiert wird.

So soll die iranische Regierung Geheimdienstinformationen unter anderem über irakische Chemiewaffen und Atomprogramme an die USA übermittelt haben. Dabei sollen auch Details über Orte und Personen mitgeliefert worden sein, die den UN-Waffeninspektoren nützlich sein könnten. Ferner soll Teheran zugesagt haben, dass die in Iran exilierte schiitische Opposition mit den US-Streitkräften bei einer Irak-Invasion zusammenarbeiten kann.

Wenn auch während der Freitagsgebete weiterhin „Tod den Amerikanern“ gerufen werde, spreche sich die iranische Führung „in Sachen Irak genauso ab wie im vergangenen Jahr in Sachen Afghanistan“, heißt es aus diplomatischen Kreisen. Für manche in der iranischen Regierung stellt Saddam Hussein ein größeres Übel dar als die USA. Unvergessen bleibt in Iran, dass der irakische Herrscher 1980 einen Krieg gegen seinen Nachbarn vom Zaun brach, in dem eine halbe Million Iraner getötet wurden.

Zwar ist es für die Hardliner in Teheran ein bedrohliches Szenario, wenn nach Afghanistan auch in Irak eine amerikafreundliche Regierung installiert würde: Iran wäre damit von prowestlichen Staaten umzingelt. Verlockend für die Mullahs ist andererseits, dass damit die in Irak stationierten bewaffneten iranischen Oppositionsgruppen voraussichtlich ihrer Operationsbasen beraubt würden.

Die USA müssen ihrerseits daran interessiert sein, dass eine Invasion in Irak von Iran zumindest stillschweigend hingenommen würde, um den Konflikt zu begrenzen. Schon in Afghanistan waren die USA und Iran durch einen gemeinsamen Feind verbunden. Iran half mit, die Taliban-Miliz zu stürzen. Doch die iranisch-amerikanische Kooperation in Afghanistan zeigte auch, wie zerbrechlich solche rein taktischen Allianzen sind.

Denn seit Installation der prowestlichen Regierung in Kabul bezichtigen die USA die Führung in Teheran, durch Unterstützung regionaler Kriegsherren die Lage im Nachbarland zu destabilisieren. Die US-Regierung beschuldigt den Iran zudem, geflüchtete El-Kaida-Kämpfer zu beherbergen. Und auch im Nahen Osten sehen die USA Teheran als destabilisierenden Faktor. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld warf dem vor, palästinensische Selbstmordattentate zu finanzieren.

Unwahrscheinlich ist deshalb, dass die neue vorsichtige Annäherung zwischen Washington und Teheran auf eine wirkliche Aussöhnung zwischen den alten Erzfeinden hinaus läuft. Ebenso wie den Irak beschuldigen die USA auch den Iran, Massenvernichtungswaffen zu horten. Und mit seinem Wort von der „Achse des Bösen“ machte US-Präsident George W. Bush bereits im Jänner klar, dass er von dem iranischen Reformerpräsidenten Mohammed Khatami nicht mehr viel erwartet. In der US-Regierung herrscht nach Angaben von Experten die Einschätzung vor, dass Khatami sich nicht gegen die radikalislamischen Mullahs durchsetzen kann.

Ebenso wie im Irak strebten die USA deshalb auch im Iran weiterhin einen Machtwechsel an, sagt Ilan Berman vom Amerikanischen Rat für Auswärtige Beziehungen in Washington. Die Hoffnung sei jedoch, anders als im Irak den Umbruch im Iran ohne Krieg und allein über die Macht der Straße zu schaffen. Auffällig ist das wiederholte Lob aus Washington für regierungskritische iranische Demonstranten. Die Hoffnung ist, dass der Irak als Katalysator wirkt: Wenn nach dem Sturz Saddam Husseins das Land liberalisiert und demokratisiert werde, würde dies zugleich im Iran „neues Öl in das Feuer der Unzufriedenheit der Bevölkerung“ mit der Herrschaft der Mullahs gießen, meint Berman.

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