USA: Clinton-Brandrede vor den Demokraten

In einer wahren Brandrede hat Ex-Präsident Bill Clinton beim Parteitag der Demokraten in Boston für den Präsidentschaftskandidaten John F. Kerry geworben.

„Sendet John Kerry“, rief Clinton Montag Abend (Ortszeit) den Delegierten im Fleet Center zu. Ein Präsident Kerry werde für Amerika in der Welt mehr Freunde gewinnen und den Terror besser bekämpfen. Clintons Auftritt bildete den Höhepunkt des ersten Abends des viertägigen Parteitags. Er war von seiner Frau Hillary Clinton, Senatorin von New York, präsentiert worden. „Ich erkenne einen guten Politiker, wenn ich ihn sehe“, leitete sie ihr Lob für John Kerry ein.

Clinton forderte die Demokraten zwar zu einem „positiven Wahlkampf“ auf, zog aber selber scharf über die Politik von US-Präsident George W. Bush her. Dessen Steuersenkungen für die Reichsten hätten die Ärmsten und die Mittelklasse mit der Kürzung von Sozialprogrammen und höheren Kosten für die Krankenversicherung bezahlen müssen. Als Millionär habe er selber von den Steuersenkungen unter Bush profitiert – allerdings auf Kosten der ärmeren Amerikaner. „Kaum war ich aus dem Amt wurde ich von den Republikanern plötzlich gut behandelt“, scherzte Bill Clinton in Anspielung auf die Absetzungsversuche der Republikaner im Zusammenhang mit der Lewinsky-Affäre.

Die unilaterale Politik von Bush und dessen Ablehnung von internationalen Verträgen wie dem Klimaschutz-Abkommen und dem Atomteststopp-Vertrag verurteilte Clinton scharf. „Wir leben in einer Welt in der wir gegenseitig voneinander abhängig sind“, sagte er, die Republikaner handelten aber unilateral. Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 habe Bush die Gelegenheit gehabt Amerika zu einen, stattdessen habe er das Land und die Welt gespalten.

Bei seinem Lob über John Kerry hob Clinton besonders dessen Militärdienst im Vietnamkrieg hervor. Kerry habe sich freiwillig gemeldet, während andere Männer, so wie er selber und der Präsident, es vorgezogen hätten nicht in den Krieg zu ziehen. Als Kommandant eines Schnellbootes in Vietnam habe Kerry Führungsstärke bewiesen. Auch bei der Normalisierung der Beziehungen zu Vietnam habe sich Kerry gemeldet, in seinem Leben habe er nie eine schwierige Aufgabe gescheut. „Er hat immer zu Amerika gesagt, sendet mich. Nun sagen wir zu Amerika, sendet John Kerry“, schloss Clinton unter dem Jubel der Delegierten.

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