USA: Behörden schlachten Tiere ab

Ausnahmezustand in Zanesville, Ohio.
Ausnahmezustand in Zanesville, Ohio. ©DAPD
Grausige Bilder kommen aus Zanesville im US-Bundesstaat Ohio. Dort hat der 62-jährige Privatzoobesitzer Terry Thompson nach Aussage des Sheriffs Matt Lutz mit einer Waffe Selbstmord begangen - und ließ vor seinem freiwilligen Ableben seine Tiere frei.
Ohio: Zootiere erschossen

Gestern noch herrschte Unklarheit über die genauen Zusammenhänge. Der Eigentümer des Zoos war tot aufgefunden worden, die Käfigtüren der meisten Gehege wurden geöffnet. Die Bären, Löwen, Tiger und Wölfe der Mukingum County Animal Farm in Zanesville streiften daraufhin wild in der Gegend herum, auch durch die Straßen Zanesvilles. Sheriff Lutz beschreibt die Tiere als «erwachsen, gross und sehr aggressiv», und bekräftigt: «Das sind die wilden Tiere, die Sie am Fernsehen in Afrika sehen würden».

Behörden erschießen Tiere

Deshalb sahen sich die Behörden zum Handeln gezwungen. Die Schulen wurden geschlossen, die Straßen wurden gesperrt. Dann ging die örtliche Polizei kurzentschlossen auf Großwildjagd, und erschossen laut blick.ch 49 der Tiere. Nur sechs überlebten das Massaker, und wurden in einen anderen Tierpark gebracht. Lediglich über das Schicksal eines Affen, der möglicherweise von einem tödlichen Virus befallen ist, herrscht noch Unklarheit. Man geht aber davon aus, dass das Tier von einer der Raubkatzen gefressen wurde.

Zanesvilles Bürgermeister Howard Zwelling wies darauf hin, dass man zu Beginn versucht habe, die Tiere mit Betäubungsmittel ruhig zu stellen, um sie am Leben lassen zu können. Sheriff Lutz fügt hinzu: Erst als die Situation für die “Jäger” zu gefährlich wurde, seien die Tiere erschossen worden. Tierschützer zumindest halten sich nach anfänglicher Kritik eher zurück. Die anerkannte Wildtier-Spezialistin Debbie Leahy vom Tierschutzbund legte ihre Skepsis jedenfalls ab und betonte, die Behörden hätten sich korrekt verhalten. Ihnen hätten schlicht dir richtige Ausbildung und Ausrüstung für eine solche Situation gefehlt.

Der Bürgermeister sieht sich jedenfalls mit Beschwerden konfrontiert, versucht aber zu beschwichtigen: «Wir reden hier nicht über Hauskatzen oder Hunde. Das waren 140 Kilogramm schwere Bengal-Tiger.» Es wäre der Bevölkerung gegenüber unverantwortlich gewesen, nicht zu handeln.

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