US-Spezialkräfte töteten Terrorführer Osama bin Laden

Osama bin Laden ist tot
Osama bin Laden ist tot ©APA (epa)
Nach fast zehnjähriger Jagd haben US-Spezialkräfte Al-Kaida-Chef Osama bin Laden getötet. "Der Gerechtigkeit wurde Genüge getan", so Barack Obama.
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Barack Obamas TV-Ansprache
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“Der Gerechtigkeit wurde Genüge getan”, gab US-Präsident Barack Obama in der Nacht auf Montag den Tod des Drahtziehers Osama bin Laden der Anschläge vom 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York und das Pentagon bei Washington bekannt. Bei den Anschlägen starben an die 3.000 Menschen. Sie veranlassten Obamas Vorgänger George W. Bush dazu, eine internationalen “Krieg gegen den Terror” auszurufen.

Bin Laden aufgespürt

Die Kommandoeinheit habe den Gründer des islamischen Extremistengruppe bin Laden in einem Versteck in Abbottabad rund 60 Kilometer nördlich der pakistanischen Hauptstadt Islamabad aufgespürt und getötet, so Obama. US-Bürger seien bei dem Einsatz nicht getötet worden. In Washington und New York bejubelten Tausende den Tod von bin Laden.

Bin Laden getötet

Für Obama ist die Tötung von bin Laden der größte sicherheitspolitische Erfolg seit seinem Amtsantritt im Jänner 2009. Sie könnte seinen Bemühungen um eine Wiederwahl Ende kommenden Jahres zusätzlichen Schub verleihen. Der Tod des Extremisten-Führers bin Laden dürfte auch eine Beendigung des Afghanistan-Kriegs erleichtern, der eine Folge der Anschläge von 2001 war.

Der Einsatz der Spezialkräfte, denen Obama nach Angaben von Regierungsvertretern am Freitag Grünes Licht gab, könnte indes die Beziehungen zu Pakistan komplizieren. Das Verhältnis zu dem asiatischen Land ist wegen der amerikanischen Drohnenangriffe auf Al-Kaida- und Taliban-Kämpfer im Westen Pakistans angespannt. Die USA werfen der Regierung in Islamabad seit langem vor, die Al-Kaida und die mit ihr verbündeten Taliban zu decken.

Spezielles Einsatzkommando für bin Laden

Im August 2010 gewonnene Geheimdiensterkenntnisse hätten die USA letztlich auf die Spur Osamas geführt, erklärte Obama in einer Fernsehansprache. “Die Vereinigten Staaten haben einen Einsatz unternommen, bei dem Osama bin Laden getötet wurde, der Anführer der Al-Kaida und Terrorist, der Tausende Männer, Frauen und Kinder getötet hat.”

Zudem gilt bin Laden auch als Drahtzieher der Bombenanschläge auf die US-Botschaften in Nairobi (Kenia) und Daressalam (Tansania). Dort starben am 7. August 1998 insgesamt 230 Menschen. Das Blutbad gehört zu den schwersten Attentaten auf US-Einrichtungen.

Bin Laden wurde US-Vertretern zufolge durch Rekonstruktionstechniken seines Gesichts identifiziert. Außerdem haben die USA eine Untersuchung seiner DNA eingeleitet. Deren Ergebnis wird in den kommenden Tagen erwartet.

Bilder von bin Laden im Fernsehen

Pakistanische Fernsehsender zeigten die ersten Bilder des getöteten bin Laden. Auf einem der Fotos ist sein bärtiges Gesicht zu sehen. Der Mund ist leicht geöffnet, Haare und Stirn sind blutverschmiert. Beide Augen sind verletzt. Die Bilder wurden den Sendern nach eigenen Angaben aus Militärkreisen zugespielt. Pakistans Geheimdienst ISI hatte zuvor den Tod Bin Ladens bestätigt.

Obamas Vorgänger George W. Bush, in dessen Amtszeit die Anschläge von 2001 fielen und der bin Laden “tot oder lebendig” zur Strecke bringen wollte, äußerte seine Genugtuung. Das sei ein “großartiges Ergebnis”, erklärte Bush, dessen Regierung den Al-Kaida-Chef bin Laden nicht zu fassen gekriegt hatte. Obama hatte Bush die Nachricht persönlich in einem vierminütigen Telefonat überbracht.

Im Westen wurde die Tötung bin Ladens begrüßt, zugleich wurden aber Stimmen laut, die Vergeltungsakte befürchten. Zudem sei der Kampf gegen den internationalen Terrorismus nicht zu Ende. Das betonte auch Obama.

Anhänger von bin Laden

Anhänger radikal-islamischer Gruppen bekräftigten auch umgehend ihren Kampfeswillen. In arabisch-sprachigen Internetforen beteuerten sie am Montag ihre Entschlossenheit, vor allem die USA und deren Präsidenten Barack Obama in ihrem Visier zu behalten. “Gott verfluche Dich, Obama bin Laden“, hieß es in einer der ersten Reaktionen aus islamistischen Gruppen.

Das Außenministerium warnte in einer Erklärung vor einer verstärkten Gefahr anti-amerikanischer Gewalt. In Gegenden, wo dieses Risiko bestehe, sollten US-Amerikaner nach Möglichkeit in ihren Häusern oder Hotels bleiben und Menschenansammlungen und Demonstrationen vermeiden, hieß es.

Die Leich von Osama bin Laden

Die Leiche des durch ein US-Spezialkommando in Pakistan getöteten Al-Kaida-Chefs Osamabin Laden ist laut US-Fernsehberichten bereits im Meer beigesetzt worden. Bin Ladens Leiche sei im Einklang mit den muslimischen Traditionen im Meer bestattet worden, berichteten die TV-Sender CNN und MSNBC unter Berufung auf US-Regierungskreise am Montag.

Ein US-Beamter hatte zuvor vor Journalisten erklärt, es werde sichergestellt, dass der Umgang mit der Leiche “im Einklang mit islamischen Praktiken und islamischer Tradition” stehe. Das sei “etwas, dass wir sehr ernst nehmen, und deshalb wird das in einer angemessenen Weise gehandhabt”. (APA)

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