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US-Prozess gegen Hassprediger Abu Hamza begonnen

Zeichnung von Abu Hamza vor Gericht in New York
Zeichnung von Abu Hamza vor Gericht in New York
Unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen hat am Montag in New York der Terrorprozess gegen den islamischen Hassprediger Abu Hamza begonnen. Vor einem US-Bundesgericht in Manhattan startete die Auswahl der Geschworenen. Dem gebürtigen Ägypter mit britischem Pass wird vorgeworfen, 1998 an einer tödlichen Geiselnahme westlicher Touristen im Jemen beteiligt gewesen zu sein.

Zwei der entführten Touristen waren US-Bürger. Außerdem soll der Angeklagte die Einrichtung eines Terrorcamps innerhalb der USA geplant sowie den Terrorismus in Afghanistan finanziell unterstützt haben.

Eröffnungsplädoyers am Donnerstag

Abu Hamza saß im Gerichtssaal, als Richterin Katherine Forrest am Montag den Kandidaten für die Jury kurz die elf Anklagepunkte erläuterte. Weil das Gericht für Dienstag und Mittwoch eine Verhandlungspause anordnete, werden die Eröffnungsplädoyers von Anklage und Verteidigung erst für Donnerstag erwartet.

Radikaler Prediger plädiert auf nicht schuldig

Hamza, der am Dienstag 56 Jahre alt wird, hatte sich im Vorfeld des Prozesses für nicht schuldig erklärt. Der radikale Islamprediger, der während des Afghanistan-Krieges in den 1980er-Jahren beide Hände und sein Auge verlor, war vor 18 Monaten nach jahrelangem juristischem Tauziehen von Großbritannien an die USA ausgeliefert worden.

Bei Schuldspruch lebenslange Haft

Nach Angaben von Richterin Forrest dürfte das Verfahren rund vier Wochen dauern. Bei einem Schuldspruch droht dem Angeklagten lebenslange Haft in den USA. In Großbritannien saß Hamza bereits wegen des Aufrufs zum Rassenhass und zu Mordanschlägen eine siebenjährige Haftstrafe ab. Als Imam der Moschee von Finsbury Park im Norden Londons hatte er radikalislamische und antiamerikanische Brandreden gehalten.

(APA)

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