US-Ostküste wappnet sich für schweren Schneesturm

Menschen decken sich mit Lebensmitteln ein
Menschen decken sich mit Lebensmitteln ein
Die Ostküste der USA rüstet sich für den möglicherweise schwersten Schneesturm seit vielen Jahren. Bis zu 75 Millionen Menschen in 19 Bundesstaaten könnten ab Freitagabend (Ortszeit) von heftigen Schneefällen und starken Winden betroffen sein, warnen die Meteorologen des Nationalen Wetterdienstes.


Mehrere Bundesstaaten, darunter Virginia, Maryland, North Carolina sowie die Hauptstadt Washington haben den Notstand ausgerufen, noch bevor es schneite. Dabei handelt es sich um einen Schritt, um leichter an staatliche Gelder und Unterstützung zu kommen. Washingtons Bürgermeisterin Muriel Bowser warnte die Bürger: “Bleibt zu Hause, bleibt weg von den Straßen!”

Viele Menschen in Washington und Umgebung deckten sich mit Lebensmitteln ein und bereiteten sich auf Stromausfälle vor. Eier, Milch, Brot – viele Grundnahrungsmittel gab es nicht mehr. Auch Schneeschaufeln wurden in den Baumärkten zur Bückware. “

Das öffentliche Leben stand am Freitag in Washington schon still, als noch nicht eine Schneeflocke gefallen war. Der Schulunterricht für viele Schüler fiel aus, Busse fuhren nicht, Schwimmbäder, Bibliotheken, Behörden schlossen ihre Türen vorzeitig. Tausende Bildschirme in den riesigen Bürogebäuden rund um das Weiße Haus blieben schwarz. Die Fluggesellschaften strichen mehr als 5.000 Flüge, mehrere Flughäfen, darunter der Ronald-Reagan-Airport in Washington, wurden für Samstag ganz und gar geschlossen.

“Wir sind vorbereitet auf diesen Sturm”, sagte Virginias Gouverneur Richard McAuliffe. Er rief die Bürger auf, nicht aus dem Haus zu gehen und vor allem nicht Auto zu fahren, wenn nicht unbedingt nötig. “Lasst uns unsere Arbeit machen”, sagte er. Der Norden seines Bundesstaates, der an Washington angrenzt, erwartet knapp eineinen Meter Schnee innerhalb von 24 Stunden. Die Ausläufer des Blizzards könnten bis zur Metropole New York im Norden reichen. In Südstaaten wie Alabama und Louisiana werden Sturmfluten befürchtet.

Was übertrieben klingt, ist die amerikanische Art der Vorbereitung auf einen Sturm, der in seiner Gewalt tatsächlich verheerend werden kann. Bowserbefürchtet Kettenreaktionen mit potenziell schweren Folgen. Die Schneelast gepaart mit stürmischen Winden kann Strommasten großflächig einreißen lassen – dann droht auch der Blackout. Dann würde das Chaos ausbrechen.

Dass die Sorgenfalten bei den Verantwortlichen so tief sind, mag auch an den Erfahrungen in der Vergangenheit liegen. Wenn in den USA der Schnee zuschlägt, gibt es in der Regel Tote. Zuletzt im Dezember in New Mexico. Vor einem Jahr starben an der Ostküste elf Menschen in einem Wintersturm. Beim berüchtigten “Blizzard of ’96” vor 20 Jahren kamen sogar 243 Amerikaner um.

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