US-Bespitzelung auch in Schweden vermutet

Nachdem bekanntgeworden ist, dass die USA in Norwegen seit einem Jahrzehnt vermutlich systematisch Bürger ausgehorcht hat, befürchtet man Schweden, dass der US-Spionagedienst SDU (Surveillance Detection Unit) seine Tätigkeit nicht auf das Nachbarland beschränkt hat.
Der schwedische Geheimdienstexperte Wilhelm Agrell hält dies für wahrscheinlich.

“Man kann ja nicht nach Bedrohungen der Sicherheit in Norwegen Ausschau halten, wenn man nicht gleichzeitig Überblick über Personen und Organisationen in Schweden hat”, zitierte die schwedische Nachrichtenagentur TT Agrell. Der an der Universität in Lund das Fach Geheimdienstanalyse unterrichtende Experte nannte die Problematik eine politische “Treibmine”.

Seitens der US-Botschaft hieß es auf Anfrage, Schweden und die USA unterhielten eine “enge Zusammenarbeit” in Sicherheitsfragen. Einzelne Programme könne man nicht kommentieren.

Ähnlich ausweichend antwortete man im zuständigen Justizministerium in Stockholm. Eine Sprecherin von Ministerin Beatrice Ask sagte, eine eventuelle US-amerikanische Überwachungstätigkeit in Schweden sei eine “polizeiliche Angelegenheit”. Geheimdienstexperte Agrell dazu: “Das ist, als ob man sich unter dem Küchentisch verstecke oder behauptet die systematische Erfassung von Schweden in den 1960er Jahren sei eine polizeiliche und nicht eine politische Frage gewesen.”

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