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Unwetter forderte weiteres Opfer

Die schweren Unwetter, die in der Nacht auf Samstag über Norditalien gezogen sind, forderten ein weiteres Opfer.

Ein 51-jähriger Mann wurde am Samstagabend in Val Blenio in der bergigen Gegend Valtellina (Norden der Lombardei) von einer Mure weggerissen, während er mit einem Traktor in der Nähe seines Hauses arbeitete. Damit erhöhte sich die Opferzahl auf insgesamt drei. Die Region Friaul Julisch Venetienwill unterdessen die Provinz Udine zum Katastrophengebiet erklären lassen.

Nach Angaben italienischer Medien wurde der Mann von einer Flut von Schlamm und Steinen weggefegt. Seine Leiche wurde Sonntag früh noch gesucht. Das Chiavenna-Tal in der bergigen Gegend der Valtellina (Norden der Lombardei) blieb die ganze Nacht lang wegen Erdrutschen von der Außenwelt abgeschnitten. In Campo di Novate Mezzola stürzte eine Brücke ein, die Bahnlinie wurde unterbrochen. 15 Personen mussten aus Sicherheitsgründen evakuiert werden. Wegen der Gewitter und Hagelstürme wurden in der Landwirtschaft schwere Schäden gemeldet.

Mit dem Todesfall in Val Blenio ist die Zahl der Opfer der schweren Unwetter in Norditalien auf drei gestiegen. In der Gemeinde Ugovizza in der Provinz Udine waren in der Nacht auf Samstag ein 45-jähriger Arbeiter und eine 52-jährige Frau ums Leben gekommen.

Die Region Friaul Julisch Venetien hat unterdessen die Regierung in Rom aufgefordert, die Provinz Udine zum Katastrophengebiet zu erklären und Sonderhilfe für die am stärksten betroffenen Gemeinden zu gewähren. Wie der Präsident der Region, Riccardo Illy, bekannt gab, werden die regionalen Behörden der Provinz Udine sofort 1,7 Millionen Euro für erste Notstandsmaßnahmen und zur Wiederherstellung der schwer beschädigten Infrastruktur und der Verkehrswege zur Verfügung stellen.

Verheerende Gewitter verwandelten in der Nacht auf Samstag das Kanaltal und den Canal del Ferro an der Grenze zu Österreich in eine Wüste aus Schlamm und Steine. „In wenigen Stunden sind 400 Millimeter Wasser gefallen. Die Niederschläge dauerten zirka fünf Stunden. Die nach Monaten der Dürre ausgedörrten Bäche der Gegend sind zu enormen Flüssen angewachsen, die alles mitgerissen haben“, berichtete der Chef des friulanischen Zivilschutzes, Gianfranco Moretton. Am stärksten betroffen war die Gemeinde Ugovizza, in der zwei Menschen ums Leben kamen.

Die Bilanz des Wasserinfernos im nördlichen Teil der Provinz Udine ist verheerend: 260 Gebäude wurden beschädigt, sieben Häuser stürzten ein, die Bundesstraße 13 wurde auf mehreren Abschnitten wegen der Murenabgänge blockiert. 400 Personen mussten ihre Wohnungen in Ugovizza verlassen und die Nacht in einer Kaserne in Tarvis verbringen. In sieben Gemeinden, darunter Tarvis, Pontebba und Ugovizza wurden die Wasser-, Strom- und Telefonleitungen schwer beschädigt. In Pietragliata stürzten eine Brücke und ein Hotel ein. Die Schäden in der Provinz Friaul werden zwischen 500 Millionen und einer Milliarde Euro geschätzt.

„Es wird Monate dauern, bis das Verkehrssystem in dieser Gegend wieder in Ordnung sein wird“, kommentierte der Präsident der Region, Illy, der mit einem Hubschrauber das vom Unwetter beschädigte Gebiet überflog. Diese Ansicht teilte auch der Bürgermeister von Ugovizza, Alessandro Oman. „Ugovizza ist ein halb zerstörtes Dorf. Es wird lang brauchen, bis alle Straßen der Gemeinde vom Schlamm befreit werden, der von den Bergen ins Tal gerutscht ist“, so der Bürgermeister.

Die Bahnverbindungen zwischen Friaul und Österreich blieben unterbrochen, nachdem die Strecke Udine-Tarvis-Villach an mehreren Abschnitten von Muren schwer beschädigt wurde. Vor allem in der Nähe von Pontebba bei Udine waren die Schienen auf einer Strecke von 60 Meter von Schlamm und Steinen bedeckt. Inzwischen wurde eine Busverbindung eingeführt, die den Eurocity 30 Venedig-Wien und den Eurocity 31 Wien-Venedig ersetzen sollte.

Die Autobahn A23 durch das Kanaltal war nach Angaben des ÖAMTC weiterhin nur einspurig befahrbar. Mit Staus sei auch auf den Ausweichrouten zu rechnen.

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