Unwetter über Wien - Fanzone evakuiert

Wegen heftiger Unwetter musste Mittwochabend die Wiener Fanzone kurzfristig geräumt werden. Beim Verlassen des Areals wurden zwei Personen ver­letzt. Bilder  | Neues über die Verletzten | Fans 

Die Fanzone in der Wiener City musste gestern abend wegen Sturmgefahr kurzfristig geräumt werden. Beim fluchtartigen Verlassen des Areals wurde eine junge Frau schwer verletzt. Die 18-Jährige wurde mit dem Verdacht auf eine Beckenfraktur ins Spital gebracht. Es handle sich vermutlich um eine Türkei-Anhängerin, die beim plötzlichen Aufbruch wegen des aufziehenden Gewitters gestürzt sei, sagte Andreas Zenker, Sprecher des EM-Sanitätsteams Wien.

Aus welchem Grund war vorerst noch nicht bekannt. Nachdrängende Personen, die über die Frau stolperten, könnten für die Verletzung gesorgt haben. Lebensgefahr kann ausgeschlossen werden. Nicht so schlimm wie zunächst angenommen, dürfte es einen zweiten Fanzonen-Besucher erwischt haben, bei dem die Helfer zunächst ebenfalls von schwereren Blessuren ausgingen. Wegen des Verdachts auf eine Fraktur sei nur ein Kontrollbesuch im Krankenhaus beschlossen worden, erklärte Zenker.

Gespenstische Bilder von einer leer gefegten Fanzone übertrug sogar der arabische TV-Sender “Al Jazeera” vom Rathausplatz in Wien. Während das Halbfinalspiel Türkei-Deutschland in Basel in seine Schlussphase ging, zog ein Regensturm über die Bundeshauptstadt. Vom spannenden Spielverlauf bekamen nicht nur die Fans nichts mit, es gab einen totalen Sendeausfall. Statt Fanmassen ergossen sich Sturzbäche über den Rathausplatz.

Die Unwetterwarnung kam plötzlich und unerwartet. Nachdem viele geglaubt hatten, dass mit dem ersten Guss alles überstanden wäre, zog gegen 22.20 Uhr ein heftiger Regensturm auf. Zu dem Zeitpunkt, als die Live-Übertragung endgültig ausfiel, waren schon Tausende auf der Flucht. Wenig später huschten fast nur noch einige triefend nasse Gestalten über den Rathausplatz, ständig begleitet von Durchsagen, dass das Gelände so rasch wie möglich zu verlassen sei.

Bangen mussten auch die Organisatoren des VIP-Areals im Wiener Burgtheater. Denn eigentlich wäre man dazu verpflichtet, den riesigen Plastikfußball bei Sturm vom Dach des Hauses zu entfernen.

Die Ottakringer Straße wurde nach der türkischen Niederlage ihrem Ruf als Balkanmeile nicht gerecht: Niedergeschlagen, ruhig und mit mehr als langen Gesichtern machten sich die Türkiye-Anhänger auf den Nachhauseweg, der Traum war eindeutig ausgeträumt.

Nicht räumen lassen wollten sich die Besucher am Swiss Beach bei der Strandbar Herrmann. “Die Deutschen feierten und wollten trotz der heftigen Regengüsse nicht gehen”, so Hausherr Alexander Kaiser. Die Betreiber des In-Lokals bedankten sich bei den Gästen mit einer Runde Freibier und 200 Müllsäcken als Regenschutz für die tolle Stimmung.

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