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UNO-Mitarbeiter in Mogadischu entführt

Der Leiter des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR in Somalia ist am Samstagabend von Unbekannten entführt worden. Nachbarn berichteten, etwa ein Dutzend schwer bewaffnete Männer habe das Wohnhaus von Hassan Mohamed Ali in Elesha Biyana etwa 17 Kilometer südlich der Hauptstadt Mogadischu gestürmt. Anschließend verschleppten sie den UNO-Mitarbeiter.

Eine UNHCR-Sprecherin in Nairobi bestätigte die Entführung. Derzeit gebe es keinerlei Informationen über die Hintergründe. Auch von Lösegeldforderungen sei bisher nichts bekannt. Ein politischer Hintergrund werde ebenso wenig ausgeschlossen wie eine Entführung durch Kriminelle.

Wegen der angespannten Sicherheitslage in Somalia operiert das UNHCR wie andere UNO-Organisationen auch hauptsächlich aus dem benachbarten Kenia und hat nur wenige internationale Mitarbeiter in dem Krisenstaat am Horn von Afrika. Nach Bekanntwerden der Entführung demonstrierten am Sonntag hunderte Menschen aus den nahe gelegenen Flüchtlingslagern und forderten die Freilassung des UNHCR-Beamten. Die meisten der Demonstranten waren Augenzeugenberichten zufolge Frauen und Kinder.

In den vergangenen Monaten sind in Somalia wiederholt Mitarbeiter von Hilfsorganisationen angegriffen oder entführt worden. Erst am Freitag hatte UNHCR-Kommissar Guterres das Flüchtlingselend in Somalia als die wohl dramatischste humanitäre Krise weltweit bezeichnet. Seit dem Sturz der Union der islamischen Gerichte mit Hilfe Äthiopiens Anfang vergangenen Jahres führen islamische Rebellen einen Guerillakrieg gegen die Truppen der Übergangsregierung. Allein aus Mogadischu flohen seitdem rund 800.00 Menschen.

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