Unmündige in Wohnung sexuell missbraucht

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Ein 57-Jähriger hat drei Burschen zwischen 11- und 15 Jahren in seine Wohnung gelockt und sie dort sexuell missbraucht. Ausserdem hat der Angeklagte den drei Kindern Pornos mit jugendlichen Darstellern gezeigt. Der Mann ist bereits einschlägig vorbestraft.

Immer wieder sprach ein 57-jähriger gebürtiger Vorarlberger in Wiener Beisln rund um den Simmeringer Markt Buben und Jugendliche an und lud sie auf ein Getränk oder Eis ein. Einer davon, ein 15-Jähriger, ging gemeinsam mit seinen elf- und 13-jährigen Freunden zu dem 57-Jährigen mit nach Hause, um dort für fünf Euro die Fenster zu putzen. Dort nahm der Angeklagte an den Kindern und dem Burschen geschlechtliche Handlungen vor, teilweise blieb es beim Versuch. Der Mann wurde am Mittwoch zu drei Jahren Haft verurteilt. Der Richterspruch ist nicht rechtskräftig.

Angeklagter: “bin nur teilweise schuldig”

Bei den darauf folgenden regelmäßigen Besuchen der Buben gab es jedoch nicht nur sexuelle Übergriffe, der Beschuldigte zeigte den Kindern auch Pornovideos mit jugendlichen Darstellern, zu denen sich der Mann selbst befriedigte. Zu der Anklage wegen teils versuchtem, teils vollendetem sexuellen Missbrauch von Unmündigen, sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen, pornografischer Darstellung von Minderjährigen sowie sittlicher Gefährdung von Personen unter 16 Jahren bekannte sich der 57-Jährige zu Beginn der Verhandlung nur teilweise schuldig.

Der Angeklagte, der bereits elf Vorstrafen, davon neun einschlägig, hat, habe geglaubt, dass alle im Alter des Ältesten seien. Das habe er auf Grund ihres Aussehens angenommen. Nach dem Alter gefragt, habe er explizit nicht. „Er hat nach dem Alter gefragt, 100 pro“, sagte das 15-jährige Opfer vor Gericht aus. „Sie haben ja einige Vorstrafen. Warum reden Sie immer wieder Buben an und laden sie auf ein Getränk ein“, fragte die Vorsitzende des Schöffensenats Sonja Höpler-Salat. „Er (der 15-Jährige, Anm.) hat ja mich angesprochen“, so der 57-Jährige. Auf die Frage der Richterin, was er sich dabei denke, Kindern Pornos vorzuspielten, meinte der Beschuldigte: „Ich dachte, dass sie neugierig sind, wie ich es auch war in dem Alter.“

Nach Aussage des 15-Jährigen habe er mehrmals gesagt, dass ihm die Berührungen des 57-Jährigen unangenehm seien und dass der Angeklagte aufhören solle. Dieser habe jedoch weiter gemacht. „Ich hatte nicht den Eindruck, dass es den Buben unangenehm war“, glaubt der Beschuldigte. „Warum seid ihr denn immer wieder zu ihm in die Wohnung gegangen“, fragt der Verteidiger des 57-Jährigen den Burschen. „Er hat mir ein Handy versprochen“, erklärte der Jugendliche.

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