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Uni-Zugang: Breite Mehrheit für Beschränkungen

Auch das Thema Studiengebühren könnte wieder aktuell werden.
Auch das Thema Studiengebühren könnte wieder aktuell werden. ©APA
Knapp 70 Prozent sowohl der Gesamtbevölkerung als auch der Studierenden halten Zugangsbeschränkungen an den Universitäten für gerechtfertigt. Zu diesem Ergebnis kommt der am Mittwoch präsentierte neue "Wissenschaftsmonitor". Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) will die derzeit bestehenden Beschränkungen nach wie vor auf weitere Fächer ausdehnen.

Für die vom Wissenschaftsministerium beauftragte Studie wurden rund 2.000 Personen in zwei Wellen im Sommer bzw. Herbst 2014 vom Institut für Strategieanalysen (ISA) online befragt. Die Zustimmung zu Beschränkungen steige dabei mit dem Lebensalter, so ISA-Chef Peter Filzmaier. Sinn machen sie für die Befragten vor allem dann, wenn sich dadurch die Situation der Studenten und die Qualität des Studiums verbessert.

Ganz generell wird der freie Zugang zum Studium als nicht mehr zeitgemäß und unfinanzierbar empfunden – für die meisten Befragten war es auch ganz grundsätzlich in Ordnung, wenn sich junge Menschen Auswahlverfahren unterziehen müssen.

Beschränkungen neu ausverhandeln

Für Mitterlehner kommen die Ergebnisse zum rechten Zeitpunkt: Ende des Jahres laufen die Beschränkungen in einigen Studienfeldern (Architektur, Biologie, Wirtschaftswissenschaften, Informatik, Pharmazie) aus und müssen für eine Verlängerung mit der SPÖ neu verhandelt werden. Darüber hinaus hatte sich Mitterlehner schon bei seinem Amtsantritt für eine Ausweitung auf andere Fächer ausgesprochen: Damals nannte er Rechtswissenschaften und manche Sprachfächer.

Im März werde er eine Evaluierung der derzeitigen Zugangsregeln vorlegen, so Mitterlehner am Mittwoch. Anschließend soll mit der SPÖ über eine Neuregelung gesprochen werden, Ergebnisse sollen bis Sommer vorliegen. “Wir werden mit einem Vorschlag, der sich aus der Evaluierung ableitet, in die Verhandlungen gehen”, meinte der Minister. Dieser werde neben Jus auch andere Fächer beinhalten – nähere Details wollte er nicht nennen. Zugangsregeln würden sowohl die Unis entlasten als auch bei der Steuerung der Studierendenströme helfen.

Thema Studiengebühren aufwärmen

Nach wie vor keine Notwendigkeit sieht Mitterlehner, das Thema Studiengebühren wieder aufzuwärmen. In dieser Regierungsperiode würden sie wie vereinbart nicht thematisiert. Bei den nächsten Regierungsverhandlungen würden sie aber wieder relevant: “Wenn die Zeit wieder da ist, werden wir das Thema wieder besetzen und einbringen.”

Für die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) ist die Studie “nicht repräsentativ und ein undemokratischer Schachzug, um eine Legitimation zur Ausweitung der Zugangsbeschränkung zu haben”.

(APA)

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