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Uni Wien erwägt Gang in die Riemergasse

Die Universität Wien plant, derzeit verstreute Institute im ehemaligen Handelsgericht in der Riemergasse konzentrieren. Eine Entscheidung darüber soll im Herbst fallen.

Die Universität Wien erwägt, eine Reihe von Instituten an einem neuen Standort in der Wiener Riemergasse zu konzentrieren. Etwa ein Dutzend, bisher auf verschiedene Objekte verstreute Institute würden dann im (adaptierten) ehemaligen Gebäude des Wiener Handelsgerichts konzentriert – vorausgesetzt, die Universität und der „Hausherr“, die staatliche Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), werden bis Herbst handelseins. Welche Uni-Institute in die Riemergasse wandern sollen, ist noch unklar.

Die BIG hatte nach dem Auszug des Handelsgerichts im vergangenen Jahr eine Studie über die Nutzungsmöglichkeiten der Innenstadtimmobilie (Büros, Hotels, Wohnungen) in Auftrag gegeben. Die Überlegungen über die Entwicklung des Gebäudes bzw. die Partnersuche dafür wurden aber im April gestoppt. Grund dafür ist das Interesse der Universität, die Baulichkeit zu mieten und dadurch Standorte zu konzentrieren. Insgesamt handelt es sich bei der Immobilie um etwa 23.000 Quadratmeter Nutzfläche. Derzeit wird der Aufwand für die Adaptierung des Gebäudes für die universitären Zwecke durchgerechnet bzw. diskutiert, sagte BIG-Geschäftsführer Christoph Stadlhuber bei der Bilanzpressekonferenz seines Unternehmens am Dienstag. Bis September solle eine Entscheidung fallen, welcher Verwendung das Gebäude zugeführt wird.

Zum einen sei die Universität Wien ein „guter Kunde“ der staatlichen BIG, zum anderen „werden wir sicher nicht zu Dumpingpreisen vermieten“, meinte Stadlhuber. Der BIG gehören seit einigen Jahren praktisch alle bisher direkt von der Republik Österreich gehaltenen Universitätsgebäude, aus denen sie knapp 30 Prozent ihrer jährlichen Mieteinnahmen von 567 Mio. Euro lukriert.

Eine Sprecherin von Uni-Rektor Georg Winckler bestätigte gegenüber der APA „erste“ bzw. „unverbindliche“ Gespräche über die Anmietung des Gebäudes. Welche Einrichtungen an den von der Haupt-Uni am Schottentor eher entfernten Standort übersiedeln könnten, stehe noch nicht fest, sagte die Sprecherin.

Sollten die Verhandlungen mit der Uni scheitern, erwäge die BIG alternative Nutzungen. Dabei konzentrierterten sich die Überlegungen eher in Richtung Hotels bzw. Wohnraum, sagte Stadlhuber. Im September vergangenen Jahres war das Handelsgericht aus der zum geflügelten Wort gewordenen „Riemergasse“ in den City Tower Vienna beim Bahnhof Wien Mitte übersiedelt.

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