Uni-Start: ÖH gegen hohe Zahl deutscher Studenten

ÖH-Vorsitzende Maurer fordert bilaterales Abkommen
ÖH-Vorsitzende Maurer fordert bilaterales Abkommen ©APA (Schlager)
Weder der große Andrang österreichischer Studenten noch jener von Numerus-Clausus-Flüchtlingen aus Deutschland rechtfertigen aus Sicht der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) die derzeitige Studienplatzbeschränkung in Medizin und Psychologie. Daher schlägt die ÖH-Vorsitzende Sigrid Maurer von der grün-alternativen Liste GRAS nun ein bilaterales Abkommen mit Deutschland vor.

“Die Problematik mit dem starken Zustrom von deutschen Studenten wäre einfach dadurch zu lösen, dass Österreich mit Deutschland ein bilaterales Abkommen schließt”, appellierte Maurer im Gespräch mit der APA an Wissenschaftsminister Hahn. Als generelle Ursache für den Ansturm auf einige wenige Fächer sieht Maurer mangelnde Information und Beratung vor Studienbeginn, das Berufsbild werde derzeit vor allem durch Fernsehsendungen und die Eltern geprägt. “Derzeit studieren Leute Medizin, weil sie so gerne Emergency Room anschauen”, beklagte Maurer. Dies sei auch der Grund für die hohen Drop-Out-Raten bei diesen Studien. Die ÖH werde daher in den kommenden zwei Jahren die Beratung für Schüler vor dem Übertritt an die Uni verbessern.

Während die Zahl der Studienanfänger an den übrigen österreichischen Unis im Vergleich zum Vorjahr vorerst stagniert bzw. nur leicht steigt, erlebt die Universität Salzburg schon jetzt einen regelrechten Ansturm. Die Gesamtzahl der Studenten ist bereits jetzt um rund 15 Prozent höher als im Vorjahr. Besonders kritisch wird die Lage in der Kommunikationswissenschaft, wo es auf Wunsch der Politik keine Zugangsbeschränkung mehr gibt: Im Vorjahr starteten 240 Anfänger, heuer gibt es hingegen schon rund 500 Anmeldungen. Eng wird es wohl auch in Geologie, Politikwissenschaft, Soziologie und den Erziehungswissenschaften.

Rudolf Mosler, Vizerektor für Lehre, hält den Anteil an deutschen Studienanfängern in einzelnen Fächern für “grenzwertig”. In der Psychologie kommen bereits über zwei Drittel aus dem Nachbarland, an der Kommunikationswissenschaft sind es 45 bis 50 Prozent. “Das ist schon sehr, sehr viel.” Aber auch hier liege der Ball bei der Politik. Jedenfalls seien die deutschen Studierenden in der Regel sehr gut.

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