Uni-Räte: SPÖ will rechtliche Regelung für Halbe-Halbe

Der 50-prozentige Frauenanteil in den Universitätsräten soll künftig durch eine Regelung in der anstehenden Novelle des Universitätsgesetztes (UG) festgeschrieben werden, bekräftigten Frauenministerin Doris Bures (S) und SPÖ-Wissenschaftssprecher Josef Broukal am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien.

Die Diskriminierung der Frauen an den Universitäten muss laut Bures “der Vergangenheit angehören”, die Novelle müsse genutzt werden, Frauen bessere Chancen einzuräumen.

Im Zuge der derzeitigen Bestellung jener Uni-Räte, die durch die Regierung nominiert werden, will die SPÖ nur Frauen vorschlagen. Laut dem SPÖ-Wissenschaftssprecher war es kein Problem, 30 höchstqualifizierte Frauen zu nominieren. Insgesamt werden vonseiten der Regierung rund 60 Uni-Räte bestellt. Auch Wissenschaftsminister Johannes Hahn (V) sollte seinen Spielraum nützen und einen hohen Anteil von Frauen in die Uni-Räte schicken, forderte Broukal.

An den österreichischen Unis studieren zwar mehr Frauen als Männer, es gibt zudem mehr Absolventinnen als Absolventen. Unter den Assistenten und Professoren ist allerdings der Frauenanteil mit 35 Prozent bzw. 15 Prozent sehr gering. “Es fehlt nicht an weiblichem Nachwuchs. Es holpert an der Durchlässigkeit an den Unis”, so Bures. Zwar habe es für die Chancengleichheit von Frauen seit vielen Jahren viel Diskussion und viele Appelle gegeben. Doch die Fortschritte gingen zu langsam voran.

Wie nun auch die Auswahlkommissionen im öffentlichen Dienst paritätisch besetzt sein müssen, so sollte das künftig auch für die Uni-Räte gelten. Für Broukal böte sich damit die Möglichkeit, “die gläserne Decke von oben einzuschlagen”. Um den Anteil von Frauen unter den Professoren zu erhöhen, sei es erforderlich, “dass die Bewerbungen von Frauen mit demselben Ernst studiert werden wie jene von Männer”.

Im Zuge des jüngst präsentierten Berichts zur Lage der Studierenden in Österreich verwies Bures zudem auf die Notwendigkeit, das Angebot von Kinderbetreuungseinrichtungen an den Universitäten zu verbessern. Der Bericht belege einmal mehr, dass die Vereinbarkeit von Kind und Studium für Frauen nicht gegeben ist.

ÖVP-Wissenschaftssprecherin Gertrude Brinek sprach sind in einer Aussendung dafür aus, dass nicht nur die Uni-Räte geschlechtergerecht besetzt werden sollten, sondern dies für alle an der Universität oder in Zusammenhang mit dem Wissenschaftsbetrieb eingerichteten Gremien gelten solle. Die Relation von Männern und Frauen, die sich an der Basis findet, solle sich auch in den Gremien und Gremienspitzen widerspiegeln.

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