Ungarn: Tod der Tochter vorgetäuscht

Ein angeblich durch einen Tränengas-Angriff der ungarischen Polizei verstorbenes Mädchen lebt, berichtete die ungarische Tageszeitung "Nepszabadsag" am Donnerstag.

Damit wird die Aussage des Vaters dementiert, der behauptete, seine 16-jährige Tochter sei am 23. Oktober, dem 50. Jahrestag der Revolution von 1956, in Straßenkämpfe zwischen Demonstranten und Polizei geraten, bei denen Tränengas zum Einsatz kam. Das Gas hätte die Lunge des Mädchens zerfressen, so dass jede medizinische Hilfe zu spät kam.

György M. hatte laut Zeitungsbericht in einem E-Mail an seinen Arbeitgeber geschrieben: „Meine Tochter ging am 23. Oktober mit ihrer Schule zu einer Kranzniederlegung und geriet in den Tränengasangriff der Polizei.“ Danach sei die Tochter auf der Intensivstation des MAV-Spitals verstorben.

Das Spital dementiert diese Behauptung. Der Arbeitgeber von György M., die österreichische Rigips Hungaria Gipskarton GmbH, bestätigte die Information des Vaters über den Tod seiner Tochter und leistete umgehend Bestattungshilfe in Höhe von 300.000 Forint (1.167 Euro). Am folgenden Tag sei M. in den Krankenstand gegangen und bisher nicht mehr gesehen worden.

Die Lebensgefährtin des Mannes bestätigte unterdessen die Existenz einer gemeinsamen Tochter im Alter von 13 Jahren, die bei den Großeltern aufwächst und sich bester Gesundheit erfreue. Die Staatsanwaltschaft erhob Anzeige gegen den Vater wegen des Betrugsverdachts.

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