Ungarischer Premier kommt nach Wien

Gyurcsany &copy EPA
Gyurcsany &copy EPA
Die erste Auslandsreise des neuen ungarischen Ministerpräsidenten führt Ferenc Gyurcsany am kommenden Montag nach Österreich - Gespräche mit Schüssel geplant.

Demnach werde der Premier am späten Nachmittag in Wien eintreffen. Der Besuch findet genau eine Woche nach der Vereidigung der neuen ungarischen Regierung statt. Erst am Montag hatte das sozial-liberale Kabinett in Budapest seinen Amtseid abgelegt. Der Besuch steht demnach auch im Zeichen eines „Kennenlernens“ zwischen Gyurcsany und Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V). Die beiden Regierungschefs wollen nach ihrer Unterredung am Abend gemeinsam vor die Presse treten.

Ein Thema der Gespräche der beiden Regierungschefs werden die guten Beziehungen zwischen Wien und Budapest sein. Auch aktuelle europapolitische Fragen würden beraten, hieß es.

Gyurcsany will “aktive Nachbarschaftspolitik”

Der Sozialist Gyurcsany hatte am Montag betont, er wolle eine „aktive Nachbarschaftspolitik“ fortführen. Ein „schlechter Politiker“ sei jener, der sich nicht darüber im Klaren sei, dass er für alle Ungarn Verantwortung trägt, genauso aber auch jener, der nicht weiß, dass er die staatsrechtliche Verantwortung nur für zehn Millionen Ungarn hat. Er spielte damit auf die Tatsache an, dass durch den Friedensvertrag von Trianon nach dem Ersten Weltkrieg mehrere Millionen ethnische Ungarn plötzlich außerhalb des verkleinerten Landes lebten – v.a. in der Slowakei, Rumänien und Serbien.

Gyurcsany ist einer der reichsten Geschäftsmänner Ungarns. Der bisherige Sportminister trat die Nachfolge von Peter Medgyessy an, der den Rückhalt in der Regierungskoalition aus Sozialistischer Partei und dem liberalen Bund Freier Demokraten (SZDSZ) verlor und am 26. August seinen Rücktritt einreichte. Auslöser für den Koalitionsstreit war Medgyessys Versuch, den liberalen Wirtschaftsminister Istvan Csillag (SZDSZ)zu entlassen.

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