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Und wenn wir alle zusammenziehen? - Trailer und Kritik zum Film

Die Grundidee scheint vielversprechend: Fünf langjährige Freunde, mit den Herausforderungen des Alters konfrontiert und von grundverschiedenem Naturell, gründen eine Wohngemeinschaft. Alle Spielzeiten auf einen Blick

Von der Außenwelt überfordert oder übersehen, vom eigenen Körper zusehends im Stich gelassen, versuchen sich die Paare Annie und Jean, Albert und Jeanne sowie der ewige Womanizer Claude als selbst organisiertes Kollektiv. Die französisch-deutsche Komödie “Und wenn wir alle zusammenziehen?” (ab 22. Juni im Kino) versucht den Spagat zwischen liebevoller Darstellung und ungeschöntem Blick auf das Alter, pendelt sich schlussendlich aber in einem eigenartigen Schwebezustand ein.

Wiewohl Regisseur Stephane Robelin, der auch das Drehbuch zur recht sentimental angehauchten Geschichte verfasste, auf große Namen zurückgreifen kann: Jane Fonda als selbstbewusste Jeanne, die niemandem etwas von ihrer lebensbedrohlichen Krankheit erzählt, ihr Mann Albert (Pierre Richard mit teils kindlichem Gestus), dessen Demenz sich zusehends verschlimmert, oder Claude Rich als sexuell aktiver Fotograf Claude, der nach einem Herzinfarkt im Beisein einer Prostituierten von seinem Sohn flugs ins Altersheim verfrachtet wird. Dass sich die rüstigen Herrschaften das nicht gefallen lassen, versteht sich von selbst.

“Und wenn wir alle zusammenziehen”: Die Tücken des Alters

Und so zieht man im beschaulichen Pariser Vorort in das Haus der biederen Annie (Geraldine Chaplin) und des Altaktivisten Jean (Guy Bedos). Zur Unterstützung wird der junge Student Dirk (Daniel Brühl) angeheuert, der – wie es der Zufall will – seine Doktorarbeit über die Situation alter Menschen schreibt. Während das Quintett aber nicht nur erfolgreich in Dirks Leben interveniert, sieht es sich selbst zusehends mit neuen Problemen, handfesten Streitereien und alten Wunden konfrontiert. Dazwischen wird ein Swimmingpool angeschafft, das Haus unter Wasser gesetzt, Viagra getestet oder ein halbes Rind für die nicht vorhandene Vorratskammer bestellt.

Robelin versucht abseits von Klischees an den Film heranzugehen und hat dabei keine Angst vor Tabuthemen, kann sich allerdings zwischen leichtfüßigem Charme der Erzählung und ernstem Tenor nicht so recht entscheiden. Immer wieder scheitert “Und wenn wir alle zusammenziehen?” an seinen eigenen Ambitionen und dem zu sprunghaften Drehbuch, wodurch Handlung wie atmosphärischer Zusammenhalt bruchstückhaft bleiben. Und leider gilt das auch für das Spiel der grundsätzlich großartigen Cast, bei dem sich die Damen Fonda und Chaplin mit Leichtigkeit gegen ihre männlichen Kollegen durchzusetzen, die in den ruhigen Einstellungen von Dominique Colin oft zu spröde wirken. Dass der Schluss mit einer Mischung aus Tränendrüse und Happy End sich plötzlich als offenes Ende gefällt, trägt zum unausgegorenen Gesamteindruck bei.

(APA)
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