UN-Gericht gab Klage von Bolivien gegen Chile statt

Chile muss nach einem Urteil des Internationalen Gerichtshofes (IGH) mit Bolivien über einen souveränen Zugang zum Pazifik verhandeln. Das höchste Gericht der Vereinten Nationen wies am Donnerstag in Den Haag einen Antrag Chiles zurück, dass das Gericht in dieser Frage nicht zuständig sei.


Im langjährigen Grenzstreit beider Länder ist das Urteil allerdings nur ein Etappenerfolg für Bolivien. Damit sei nicht entschieden, dass Bolivien auch tatsächlich Recht auf den Zugang zum Pazifik habe, betonten die Richter. Mit dem Urteil ist der Weg aber für das Hauptverfahren frei, das mehrere Jahre dauern könnte.

Bolivien hatte 2013 Klage beim IGH eingereicht. Chile hatte dagegen gehalten, dass die Streitfrage bereits im Friedensvertrag beider Länder von 1904 geklärt worden sei und der IGH daher nicht zuständig sei. Dem widersprach das Gericht.

Im vergangenen Jahr hatte der IGH bereits in einem ähnlichen Verfahren gegen Chile entschieden und dem Nachbarland Peru recht gegeben. Danach muss die Seegrenze vor der Pazifikküste Südamerikas zwischen Peru und Chile neu gezogen werden.

Die Grenzstreits gehen auf den “Salpeterkrieg” von 1879 bis 1884 zurück. Das gut gerüstete Chile gewann damals den Krieg gegen Bolivien und Peru. Bolivien verlor den eigenen Zugang zum Pazifik.

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