Um jeden Preis - Kritik und Trailer zum Film

Dennis Quaid und Zac Efron agieren als Vater und Sohn, die zum wirtschaftlichen Überlebenskampf als Farmer auch noch heftige persönliche Querelen austragen. Bahrani setzt neben der starken Story auf seine prominenten Darsteller. Sie geben der spannenden Geschichte um den Vater-Sohn-Konflikt eine für Hollywood ungewöhnliche Tiefe.

Zwei große Hollywoodschauspieler unterschiedlicher Generationen prägen das Gesellschaftsdrama “Um jeden Preis” von Ramin Bahrani: Zac Efron (26) und Dennis Quaid (59). Teenieschwarm Efron besteht glanzvoll neben seinem Kollegen Quaid, der seit Walter Hills Edelwestern “Long Riders” (1980) zu Hollywoods erfolgreichsten Protagonisten gehört. Ab Freitag im Kino.Die Geschichte handelt vom Kampf einer Farmerfamilie ums wirtschaftliche Überleben. Vater und Sohn sind die Zentralgestalten. Familienoberhaupt Henry Whipple (Dennis Quaid) lebt allein für den Erfolg der Firma. Sein Sohn Dean will aus der Enge der Familie ausbrechen und träumt vom Erfolg als Rennfahrer. Von Harmonie keine Spur. Die Sturheit der beiden droht, alle zu zerstören.

Kurzinhalt zum Film

In wundervoll komponierten Bildern spiegelt der Film die Gefährlichkeit eines Lebens wider, bei dem um jeden Preis ein glanzvoller äußerer Schein gewahrt werden soll: Der Besitz ist mit vielen Hypotheken belastet. Als ein Konkurrent Henry beim Saatgutverkauf einen wichtigen Kunden abluchst, droht der Bankrott. Der bedrängte Farmer sieht die einzige Chance zum Überleben in einem Betrug. Auch die Affäre mit der jungen Meredith (Heather Graham) macht ihm das Leben schwer. Als Dean dann noch einen mörderischen Fehler begeht, scheint eine Katastrophe unabwendbar.

Der Wettbewerb im Mittleren Westen, der Kornkammer der USA, ist hart. Das zeigt schon der Beginn des Films: Noch am offenen Grab machen Henry und Dean den Erben eines verstorbenen Farmers ein unmoralisches Angebot, um den eigenen Landbesitz zu vergrößern. Denn nur wer über riesige Flächen verfügt, hat eine Chance. Klar gezeigt wird dabei auch, dass Menschen wie Henry, die kleine Bauern ausbeuten, selbst von großen Konzernen geschröpft werden.

Vor diesem Hintergrund entwickelt sich die Erzählung. Sie erinnert an den Klassiker “Jenseits von Eden” (1955) mit James Dean und an das durch die Verfilmung mit Liz Taylor und Paul Newman 1958 weltberühmt gewordene Theaterstück “Die Katze auf dem heißen Blechdach”. Auch “Um jeden Preis” reflektiert den gesellschaftlichen Verfall am Beispiel einer Familie am Abgrund. Unangestrengt wird darüber nachgedacht, wie die Globalisierung das Leben Einzelner dramatisch verändert.

Kritik zu “Um jeden Preis”

Drehbuchmitautor und Regisseur Ramin Bahrani entwickelt die Story mit feinem Gespür. Die ernsten sozialkritischen Aspekte des Geschehens drängen nie in den Vordergrund. So werden auch Zuschauer gefesselt, die allein an einem spannenden Drama interessiert sind. Die im Vater-Sohn-Konflikt gebündelte Auseinandersetzung der Generationen ist von fesselnder Intensität.

Efron und Quaid geben der Ballade vom Fluch verlogener Familienbande mit ihren facettenreichen Darstellungen eine enorme Spannung. Quaid versteht es, hinter der Maske des jovialen Vaters Gier und Verzweiflung aufscheinen zu lassen. Efron entwickelt an seiner Seite nicht minder beeindruckend das Porträt eines jungen Mannes, der zwischen den Erwartungen seiner Eltern und den eigenen Lebensträumen zum Scheitern verurteilt ist.

Die Klasse von Drehbuch und Regie wird im Finale unterstrichen: Bahrani gönnt den Protagonisten und dem Publikum kein rosarotes Happy End. Zwar bleiben Familie und Farm erhalten, doch von Glück ist keine Rede. Vater und Sohn und all die anderen sind Gefangene eines ganz auf materiellen Gewinn ausgerichteten Systems, das sie mit ihrer Anpassung stützen und stärken. Selten zuvor endete ein Hollywoodfilm mit derart deutlich gezeigten Zweifeln an sogenannten bürgerlichen Werten wie Ehre, Disziplin und Patriotismus – Kino von Format.

Trailer zum Film “Um jeden Preis”

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