Ukraine: Über 6.500 Zivilisten gelang Flucht aus umkämpften Gebieten

Die Evakuierung ukrainischer Zivilisten gestaltet sich weiterhin schwierig.
Die Evakuierung ukrainischer Zivilisten gestaltet sich weiterhin schwierig. ©Photo by Wojtek RADWANSKI / AFP
Mehr als 6.500 Menschen aus Mariupol, Saporischschja und Luhansk konnten bereits in Sicherheit gebracht werden. Auch für Samstag wurden erneut Fluchtkorridore angekündigt.

Mehr als 6.500 Menschen haben nach Angaben aus Kiew am Freitag umkämpfte ukrainische Gebiete verlassen können. Das teilte die ukrainische Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk am Freitagabend in einer auf Facebook veröffentlichten Videobotschaft mit.

Mehr als 6.500 Menschen in der Ukraine in Sicherheit gebracht

Mehr als 1.600 Menschen stammten aus der belagerten Hafenstadt Mariupol, mehr als 3.500 seien Bewohner des Gebiets Saporischschja. Rund 1.500 weitere Menschen habe man aus dem Gebiet Luhansk evakuieren können.

In der südukrainischen Stadt Melitopol würden von russischen Einheiten seit 24 Stunden acht Evakuierungsbusse festgehalten, sagte Wereschtschuk weiter. Man führe Verhandlungen über die Rückgabe der Busse, um Menschen wie geplant zu evakuieren.

Die ukrainische Regierung hatte am Morgen landesweit zehn Fluchtkorridore angekündigt. Die Routen werden jeden Tag neu eingerichtet. Aus Moskau hieß es, aus Mariupol seien binnen 24 Stunden mehr als 750 Menschen ohne Beteiligung ukrainischer Behörden evakuiert worden. Russland und die Ukraine werfen sich immer wieder gegenseitig vor, die Evakuierung von Ortschaften und Städten zu sabotieren.

Gegenseitige Anschuldigungen zu Austausch von Kriegsgefangenen

Moskau warf Kiew zudem vor, am Scheitern eines für Freitag geplanten Austausches von Kriegsgefangenen zwischen Russland und der Ukraine Schuld zu sein. Das sagte Generalmajor Michail Misinzew vom russischen Verteidigungsministerium am Freitagabend. Kiew habe im Laufe des Tages wiederholt Änderungen am Format des Austausches vorgenommen, die Zahl der Kriegsgefangenen reduziert und den Austausch schließlich ohne Begründung abgelehnt, sagte Misinzew.

Dieses Verhalten zeige eine Gleichgültigkeit der ukrainischen Führung gegenüber dem Schicksal ihrer Streitkräfte, sagte Misinzew. Moskau trete "jeden Tag" mit einer Initiative zu einem Gefangenenaustausch an die ukrainische Seite heran. Auch Vertreter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz stünden Aufrufen Russlands bezüglich des Austauschs von Kriegsgefangenen praktisch gleichgültig gegenüber. Aus Kiew gab es am Freitag keine Angaben zu dem Thema.

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(APA/Red)

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