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Wetter-Chaos: Ukraine gegen Frankreich nach Spielabbruch fortgesetzt

Die Fußball-EM-Partie der Ukraine gegen Frankreich kann am Freitag zu Ende gespielt werden.
Alles zur Euro 2012
Ukraine - Frankreich ab 18 Uhr
England zur Offensive gezwungen
England - Schweden ab 20:45 Uhr

Der niederländische Schiedsrichter Björn Kuipers pfiff das Duell der Gruppe D nach einer fast exakt einstündigen Unterbrechung mit einem Schiedsrichterball wieder an. Ein heftiges Gewitter mit starken Regenfällen hatte nach etwas mehr als vier Minuten beim Stand von 0:0 für einen Unterbruch gesorgt.Die Spieler hatten zuerst fast 30 Minuten ohne genaue Information in den Katakomben gewartet, erst dann kam die Information, dass die Partie frühestens um 19.00 Uhr wieder gestartet werden soll.

Die Verantwortlichen in der Donbass-Arena in Donezk schafften es mit händischer und maschineller Arbeit am niederösterreichischen Richter-Rasen, diesen von den entstandenen Lacken wieder zu befreien. Kuipers testete das Terrain mit einer Ball-Roll-Probe und beschloss daraufhin die Partie fortzusetzen. Der Regen hat noch nicht aufgehört, ist allerdings deutlich leichter geworden.

Ukraine träumt von zweitem Sieg

Die ukrainischen Fußball-Fans hoffen auf den nächsten Coup ihrer Nationalmannschaft. Doppel-Torschütze Andrej Schewtschenko und seine Kollegen haben mit dem 2:1-Auftakterfolg gegen Schweden eine Euphoriewelle im EM-Gastgeberland ausgelöst, die am Freitag (18.00 Uhr) im zweiten Match der Gruppe D in Donezk gegen Frankreich einen neuen Höhepunkt erleben soll. 

 Bei einem weiteren Sieg wären die Ukrainer schon fix im Viertelfinale. Die als Titelkandidaten gehandelten Franzosen würden dann vor dem dritten bitteren Vorrunden-Aus nach der EM 2008 und der WM 2010 stehen.

Der 35-jährige Schewtschenko weiß, dass die Mannschaft inmitten des allgemeinen Ausnahmezustands und der schwülen Hitze mit rund 32 Grad cool bleiben muss. “Wir dürfen nicht den Fehler machen, uns von dieser Euphorie verrückt machen zu lassen. Dann haben wir eine gute Chance, das Viertelfinale zu erreichen”, sagte der ukrainische Nationalheld, hinter dessen Form vor Turnierstart aufgrund von Rückenproblemen und seines Alters ein großes Fragezeichen gestanden war.

“Schewa” hat’s noch drauf

Mit den beiden Kopfballtoren gegen Schweden hat “Schewa” eindrucksvoll demonstriert, dass er es noch immer drauf hat. Für Teamchef Oleg Blochin war dies keine Überraschung. “Ich konnte nicht nachvollziehen, warum Schewtschenko vor dem Turnier abgeschrieben wurde. Ich weiß um seine Klasse bescheid”, meinte Blochin über den Stürmer, der in seiner Karriere u.a. 48 Mal für die Ukraine und 127 Mal für AC Milan getroffen hat.

Mit den seit 22 Partien ungeschlagenen Franzosen wartet auf die Ukrainer aber ein echtes Schwergewicht, das noch dazu 2011 ein Testmatch in Donezk gegen die Ukraine gleich 4:1 gewonnen hat. Im Gegensatz zu den Schweden, bei denen vor allem Zlatan Ibrahimovic für Gefahr sorgt, verfügen die Franzosen mit Samir Nasri, Karim Benzema oder Franck Ribery über eine Reihe an brandgefährlichen Offensivkräften.

Frankreich unter Druck

Bei den Franzosen drehte sich nach dem 1:1 gegen England alles um den Torschützen Nasri. Der Manchester-City-Legionär hatte sich nach seinem Ausgleichstreffer am Montag in der Donbass Arena wütend den Finger über die Lippen gelegt und kritische Journalisten zum Schweigen aufgefordert. Nun forderte Verbandschef Noel Le Graet die Medien auf, endlich einen Schlussstrich unter die Nasri-Affäre zu ziehen und sich wieder auf den Sport zu konzentrieren.

Teamchef Laurent Blanc nimmt vor dem Duell mit den Ukrainern vor allem seine Offensive in die Pflicht. “Wir hatten gegen England zu wenig Präsenz vor dem gegnerischen Tor. Wir müssen uns mehr zutrauen, denn Angst ist die beste Voraussetzung, um bestraft zu werden.” Gleichzeitig forderte Blanc seine Akteure auf, “locker” zu bleiben.

Die rund 1.000 französischen Fans werden in der mit 50.000 Zuschauern gefüllten Donbass-Arena einen schweren Stand haben. Und auch die französischen Kicker wissen, dass einiges auf sie zukommen wird. “Die Ukrainer sind hochmotiviert und haben das Publikum im Rücken. Auf uns wartet eine harte Prüfung, aber wir sind bereit”, sagte Rechtsverteidiger Mathieu Debuchy.

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