Ukraine-Krieg: Mehrheit vertraut österreichischen Medien

Im Ukraine-Krieg vertraut eine Mehrheit der Berichterstattung heimischer Medien
Im Ukraine-Krieg vertraut eine Mehrheit der Berichterstattung heimischer Medien ©REUTERS/Zohra Bensemra (Symbolbild)
Laut einer Umfrage des Gallup-Instuts vertraut die Mehrheit der Menschen in Österreich der Berichterstattung der heimischen Medien. Am Größten ist das Misstrauen unter Corona- und Impfskeptikern.

Das Vertrauen in die Berichterstattung österreichischer Medien ist bei 63 Prozent der Bevölkerung sehr oder eher groß. 72 Prozent stufen die Berichte zum Ukraine-Krieg als aktuell, 65 Prozent sachlich im Ton und 62 Prozent sachlich ein. Das hat eine Umfrage des Gallup-Instituts ergeben. Als unabhängig von der Position der österreichischen Regierung sehen die Berichterstattung allerdings nur 45 Prozent der 1.000 Befragten.

Berichterstattung zum Ukraine-Krieg in Österreich misstrauen am ehesten Corona- und Impfskeptiker

14 Prozent der Umfrageteilnehmer vertrauen den Berichten über den Ukraine-Krieg gar nicht, 17 Prozent eher nicht, wie die Mitte April durchgeführte und für die webaktive Bevölkerung ab 16 Jahren repräsentative Erhebung ergab. "Auffällig ist dabei, dass die Vertrauenswürdigkeit der Medienberichte am stärksten von Corona- und Impfskeptikern angezweifelt wird", hielt Andrea Fronschütz, Leiterin des Gallup-Instituts, in einer Aussendung fest. Deren grundsätzliches Misstrauen gegenüber Institutionen und etablierten Medien habe sich auf einen neuen Schauplatz verlagert.

Am wenigsten vertrauen den Medienberichten über den Krieg im Osten Europas MFG-Sympathisanten (84 Prozent). Auch FPÖ-Anhänger sind mehrheitlich skeptisch eingestellt (56 Prozent). NEOS- (89 Prozent) und Grünen-Sympathisanten (81 Prozent) finden sich am anderen Ende des Vertrauensspektrums.

Aufholbedarf bei österreichischen Medien bei Einordnungen

"Die Menschen erwarten von den Medien nicht nur akkurate und schnelle Fakten zu den Kriegsgeschehnissen, sondern auch Orientierungshilfe beim Einordnen der Information und bei der Meinungsbildung, etwa in Form von Hintergrundberichten", so Fronaschütz. Hier besteht noch Aufholbedarf, wie die Umfrage ergab. So meinen nur 48 Prozent, dass sehr oder eher über die Ursachen und die historischen Zusammenhänge des Krieges berichtet wird. Mögliche Lösungsstrategien für eine Beendigung des Krieges fanden 38 Prozent sehr oder eher in der Berichterstattung vor.

Die Tendenz, den Krieg auszublenden und normal zu leben, hat sich von Mitte März auf Mitte April unter den Befragten erhöht. So verfolgen mittlerweile 41 Prozent diese Strategie (März: 34 Prozent). Intensiv über die Hintergründe des Krieges informieren sich dagegen 27 Prozent der Befragten, womit auch hier eine Steigerung vorliegt (März: 24 Prozent). Lebensmittel auf Vorrat hat ein Fünftel der Umfrageteilnehmer eingekauft, Medikamente auf Vorrat 14 Prozent. In der Flüchtlingshilfe engagieren sich nach wie vor sechs Prozent, auf eine schnelle Flucht aus Österreich sind vier Prozent vorbereitet.

(Red)

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