Ukraine-Krieg: Hilferuf aus Stahlwerk in Mariupol

Die Asow-Führung sendete einen dramatischen Hilferuf aus dem eingeschlossenen Stahlwerk in Mariupol
Die Asow-Führung sendete einen dramatischen Hilferuf aus dem eingeschlossenen Stahlwerk in Mariupol ©REUTERS/Alexander Ermochenko TPX IMAGES OF THE DAY/File Photo
Das ukrainische Asow-Regiment hat einen dramatischen Hilferuf aus dem von russischen Truppen eingeschlossenen Stahlwerk in Mariupol gesendet. Darin fordern sie von der ukrainischen Führung mehr Hilfe.

"Ich rufe die militärisch-politische Führung auf, entscheidende Schritte zu unternehmen, um die Blockade zu durchbrechen oder alle zu evakuieren, die auf ihr Vaterland hoffen und daran glauben", sagte Vizekommandeur Swjatoslaw Palamar in der Videobotschaft. Palamar sagte, die Kämpfer fragten sich zunehmend, warum Kiew Versprechen nicht halte. "Wer kann das beantworten: Warum stehen wir alleine gegen Artillerie, Schiffe und Flugzeuge?".

Dramatischer Hilferuf aus eingeschlossenem Stahlwerk

In den Bunkeranlagen des Werks sollen sich auch noch etwa 1.000 Zivilisten aufhalten. Asow-Vizekommandeur Palamar berichtete von neuen heftigen Attacken. Er behauptete, Russland habe "eine kolossale Menge an Phosphorbomben" abgeworfen. Diese Brandbomben entzünden sich durch Kontakt mit Sauerstoff und richten verheerende Schäden an. Ihr Einsatz ist verboten.

Gouverneur vermutet, dass Russland die Kämpfer gefangen nehmen will

Russland will nach Angaben des ukrainischen Gouverneurs der Region Donezk die verbliebenen Kämpfer im Gelände des Asow-Stahlwerkes gefangen nehmen. Deswegen seien die Russen auch nicht zu Evakuierungen etwa von verletzten ukrainischen Soldaten bereit, sagte Pawlo Kyrylenko am Donnerstag.

Gelände des Stalwerks von Russland abgeriegelt

Kremlchef Wladimir Putin hatte angeordnet, das Gelände abzuriegeln. Russland wirft dem von Nationalisten dominierten Asow-Regiment Kriegsverbrechen vor. Beweise legte Moskau bisher nicht vor. Der Rest der stark zerstörten südostukrainischen Hafenstadt Mariupol ist nach Angaben aus Moskau nach wochenlangen Kämpfen unter russischer Kontrolle.

Nach Asow-Schätzungen hat Russland alleine in Mariupol seit Beginn des Angriffskriegs am 24. Februar Militärgerät im Wert von 162 Millionen US-Dollar verloren. Munition und der Einsatz von Kampfflugzeugen hätten weitere 288 Millionen Dollar gekostet, sagte Palamar. Mit diesem Geld hätte Russland Schulen und Kliniken bauen und Rentnern ein angenehmes Leben ermöglichen können. Doch habe der Kreml entschieden, es für die Zerstörung von Mariupol auszugeben, sagte Palamar. Wie die Summen berechnet wurden, erklärte er nicht.

(APA/Red)

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