Ukraine-Krieg: Bürgermeister von Mariupol will volle Evakuierung

Der Bürgermeister Maiupols, Wadym Bojtschenko, hofft die Zivilbevölkerung aus der belagerten Stadt evakuieren zu können.
Der Bürgermeister Maiupols, Wadym Bojtschenko, hofft die Zivilbevölkerung aus der belagerten Stadt evakuieren zu können. ©REUTERS/Ueslei Marcelino/File Photo
Wadym Bojtschenko, der Bürgermeister von Mariupol, drängt erneut daruf, dass die gesamte Zivilbevölkerung die eingekesselte Hafenstadt im Süden der Ukraine verlassen kann.

Nur eines sei nötig: die vollständige Evakuierung. Rund 100.000 Menschen seien noch in der Stadt, sagte er am Freitag im Fernsehen.

Der Bürgermeister von Mariupol drängt auf Evakuierung der Stadt

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte erklärt, dass die Stadt am Asowschen Meer nun vollständig unter russischer Kontrolle sei. Dem widersprechen die USA, und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte in der Nacht, Mariupol widersetze sich weiterhin den russischen Truppen.

Selenskyj: Mariupol widersetze sich Russland weiterhin

Russland tue alles, "um wenigstens über einige Siege zu sprechen", wie über die Mobilmachung neuer taktischer Bataillonseinheiten, sagte Selenskyj in einer Video-Ansprache. "Sie können das Unvermeidliche nur verschieben - den Zeitpunkt, an dem die Invasoren unser Territorium verlassen müssen, auch Mariupol, eine Stadt, die sich Russland weiterhin widersetzt, unabhängig davon, was die Besatzer sagen."

Hohe Verluste der russischen Truppen bei Sturm auf Stahlwerk

Bei einem Sturm auf das umzingelte Stahlwerk Asowstal in Mariupol hätten die russischen Truppen nach Ansicht britischer Geheimdienstexperten hohe Verluste zu erwarten. Das teilte das Verteidigungsministerium in London am Freitag in seinem täglichen Geheimdienst-Update mit. Die Entscheidung Putins, eine Blockade um das Stahlwerk zu errichten, weise auf den Wunsch hin, den ukrainischen Widerstand in Mariupol in Schach zu halten und russische Streitkräfte für den Einsatz in anderen Teilen der östlichen Ukraine verfügbar zu machen, so die Mitteilung weiter.

Schwerer Beschuss und Kämpfe in der Donbass-Region gehen weiter

Unterdessen gehen den Briten zufolge schwerer Beschuss und Kämpfe in der ostukrainischen Donbass-Region weiter. Russland versuche weiterhin, in Richtung auf Siedlungen einschließlich der Städte Lyman und Popasna vorzurücken, so die Mitteilung. Trotz des neuen Fokus Russlands auf den Osten der Ukraine habe das russische Militär weiterhin mit den Folgen von früher erlittenen Verlusten zu kämpfen, so die Experten. Nicht mehr einsatzfähiges Gerät werde inzwischen nach Russland zur Reparatur gebracht.

Ukraine-Krieg: Am Freitag seien keine Fluchtkorridore möglich

An diesem Freitag sind nach Angaben der ukrainischen Regierung keine Fluchtkorridore möglich, über die sich die Zivilbevölkerung aus belagerten Städten in Sicherheit bringen könnte. Die Gefahr auf den Routen sei zu groß, erklärt die stellvertretende Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk auf Facebook. "An diejenigen, die darauf warten, in Sicherheit gebracht zu werden: Seid geduldig, bitte haltet durch."

(APA/Red)

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