Äußerst aktive Schleppergruppe in Wien ausgehoben

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Zumindest 250 Inder und Pakistani wurden von der Slowakei nach Österreich und weiter nach Italien gebracht, eine enorme Dunkelziffer wird vermutet.

Eine Schlepperbande, die zumindest 250 Inder und Pakistani von der Slowakei nach Österreich und von hier weiter nach Italien gebracht hat, ist der Wiener Polizei nach fünfmonatigen Ermittlungen ins Netz gegangen. Allerdings vermuten die Beamten der Gruppe Pfneiszl (Kriminaldirektion 1), dass noch ein Mehrfaches dieser Zahl durch die Hände der international agierenden Gruppe gegangen ist.

4.000 bis 5.000 Euro mussten die Inder und Pakistani bezahlen, um schließlich in unser südliches Nachbarland zu gelangen. Dabei wurde es von Etappe zu Etappe teurer, je näher man seinem erhofften Ziel kam. Für die in Österreich tätigen Schlepper fielen etwa 1.200 Euro an.

Der Kontakt lief über Asylwerberheime in der Slowakei, wo die Geschleppten an diese letzte Station vermittelt wurden. Jeweils zwei Haupttäter in der Slowakei und Österreich organisierten den Transport über die Grenze (vor allem Berg und Kittsee) und dann den Weitertransport nach Italien, fallweise nach einen Zwischenstopp in Wien.

Ein eingebürgerter Pakistani (31) und sein früherer Landsmann (26) heuerten Fahrer an, u.a. arbeitslose Österreicher, die pro Tour 550 Euro dafür kassierten, den Geschleppten im Kofferraum am Auge des Gesetzes vorbei zu schmuggeln. Aber es gab auch eine Luxusvariante:
Per Flugzeug ging es mit gefälschten Dienstpässen zumeist über Dubai bequem und sicher nach Italien.

Dass schon seit längerer Zeit weit mehr als die nachweisbaren 250 Personen geschleppt wurden, schließen die Kriminalisten u.a. daraus, dass einer der Haupttäter alleine heuer 75.000 Euro nach Hause überwiesen hat. Sein Kompagnon hatte bei der Festnahme einen Bauplan bei sich, der „zu groß zum Fotografieren war“. Als Altersvorsorge wollte sich dieser ebenfalls in Pakistan ein Mehrfamilienhaus samt Geschäften bauen lassen.

Das lukrative Geschäft wurde ihnen nun durch die Gruppe Pfneiszl in Zusammenarbeit mit dem Bundeskriminalamt und den slowakischen Behörden verpatzt. In Österreich wurden zehn Personen, die meisten Asylwerber, verhaftet sowie sieben weitere angezeigt. Nach den beiden namentlich bekannten Haupttätern in der Slowakei wird noch gefahndet.

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