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UEFA: Dritter Europacup-Bewerb ab 2021

Der dritte Europacup-Bewerb wurde von der UEFA bestätigt.
Der dritte Europacup-Bewerb wurde von der UEFA bestätigt. ©APA/AFP/GENYA SAVILOV
Ab der Saison 2021 wird UEFA einen weiteren Europacup-Bewerb einführen. Dieser wird vorerst den Namen Europa League 2 erhalten.

Neben Champions League und Europa League wird es dann einen dritten Wettbewerb geben, der vorerst den Namen Europa League 2 erhält. Das beschloss das Exekutivkomitee des Kontinentalverbandes am Sonntagabend in Dublin. “Es gab im Exekutivkomitee eine überwältigende Mehrheit für die Einführung des neuen Wettbewerbs”, sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel der Deutschen Presse-Agentur. Wie seine Kollegen aus England, Italien und Spanien verstehe er die Entscheidung auch als Solidarität der großen Verbände mit den kleineren Fußball-Nationen, die nun leichter Zugang zu einem Europacup bekommen.

An allen drei UEFA-Wettbewerben werden in den Gruppenphasen je 32 Teams teilnehmen. Die Europa League wird also um 16 Teams reduziert. Die Zahl aller Vereine in den Europacup-Bewerben erhöht sich damit von 80 auf 96 Teams. Nach der Gruppenphase der EL 2 spielen die Gruppenersten und -Zweiten mit den Gruppendritten der Europa League eine K.o.-Runde. Die Sieger setzen den neuen Bewerb dann im Achtelfinale fort.

Dritter Europacup-Bewerb: Mehr Spiele für mehr Vereine

“Es wird mehr Spiele für mehr Vereine geben, wobei in den Gruppenphasen mehr Verbände vertreten sind. Dieser Wettbewerb wurde aus dem laufenden Dialog mit den Clubs über die European Club Association geboren”, sagte UEFA-Präsident Aleksander Ceferin.

Andrea Agnelli, Chef der europäischen Vereinigung der Topclubs (ECA), begrüßte die Entscheidung. Der Beschluss stelle die faire Entwicklung der Club-Bewerbe sicher und sichere dem Fußball die Rolle als Sport Nummer eins in der Welt.

Gespielt wird im neuen Bewerb in der Gruppenphase wie in der Europa League donnerstags. Das Finale soll jeweils zum Saisonende in einer Woche mit den Endspielen der Champions League und der Europa League stattfinden. Der Sieger der EL 2 bekommt das Startrecht für die Europa League in der folgenden Saison, so wie der Sieger der Europa League bereits in die Königsklasse aufsteigt. Bis 1999 wurde der Europacup der Cupsieger als weiterer Bewerb neben der Champions League und dem damaligen UEFA-Cup veranstaltet, dann allerdings ersatzlos gestrichen.

Österreich erhält keinen zusätzlichen Starter

Österreich erhält durch die Einführung eines dritten Bewerbes keinen zusätzlichen Starter im Fußball-Europacup. Das geht aus der von der UEFA am Sonntagabend veröffentlichten Zugangsliste für den Zyklus von 2021 bis 2024 hervor. Sollte Österreich in der maßgeblichen Fünfjahreswertung bis 2020 seinen Platz behaupten, gibt es für die erste Saison der neuen Ära (2021/22) weiterhin fünf Startplätze.

In den Gruppenphasen der Champions League, der Europa League und der neuen Europa League 2 (Arbeitstitel) treten künftig jeweils 32 Teams an. Spieltag für Europa League und Europa League 2 ist jeweils der Donnerstag. Dienstag und Mittwoch bleiben für die Champions League reserviert. Detailinfos von der UEFA etwa zur Geldverteilung in den drei Bewerben lagen laut Angaben der heimischen Bundesliga am Montagvormittag noch nicht vor.

Der vierte und fünfte ÖFB-Starter müssen mit der Qualifikation zur Europa League 2 vorlieb nehmen, dürfen sich dort aber größere Hoffnungen machen, die Gruppenphase zu erreichen und damit bis Winter international vertreten zu sein. Dazu kommen die zehn Verlierer der Play-off-Runde der Europa-League-Qualifikation, in der ein heimischer Club – vermutlich der Cupsieger – vertreten ist.

Zugangskriterien zur Champions League bleiben unverändert

Der heimische Meister darf, sollte der in der Vorsaison eroberte elfte Rang in der Fünfjahreswertung wieder geschafft werden, weiterhin auf einen Fixplatz in der Königsklasse hoffen, sofern sich der Champions-League-Sieger über die nationale Liga für die Folgesaison qualifiziert. Derzeit ist Österreich im Ranking knapp hinter die Niederlande auf Platz zwölf zurückgerutscht, der einen Platz im CL-Play-off bedeutet.

Bleibt die heimische Bundesliga in der Fünfjahreswertung auf den Rängen zehn bis 15, erhält der Vizemeister weiterhin einen Startplatz in der zweiten Runde der Champions-League-Qualifikation. In der Europa-League-Qualifikation tritt nach der Reform nur noch ein Club an – bis Fünfjahreswertungs-Rang zwölf in der letzten Quali-Runde (Play-off), bis Rang 15 in der vorletzten.

Bisher hatte die UEFA den höchstmöglichen Platz in der Europa League stets dem nationalen Cupsieger vorbehalten. ÖFB und Bundesliga gehen davon aus, dass dies weiterhin der Fall ist. Österreichs Cupsieger ist 2019 für die Europa League qualifiziert. Dieser Fixplatz schwindet durch die Reform ab 2021.

Besonders augenscheinlich wird die Durchmischung der Bewerbe nach der Gruppenphase. Dann spielen die Gruppendritten der Champions League gegen die Gruppenzweiten der Europa League eine K.o-Runde um den Einzug ins Europa-League-Achtelfinale. Gleiches gilt für die Gruppendritten der Europa League und die Zweiten der Europa League 2 für das Achtelfinale im neuen Bewerb. Das Format der Champions League bleibt unangetastet.

Der Modus im Überblick:

CHAMPIONS LEAGUE:

– Die Gruppenphase bleibt unverändert. 32 Teams spielen in acht Gruppen. Gruppensieger und Gruppenzweite qualifizieren sich für die K.o.-Phase.

– Österreichs Meister darf weiterhin auf einen Fixplatz hoffen, sofern Platz elf in der UEFA-Fünfjahreswertung gehalten wird. Der Vizemeister spielt in der Qualifikation.

– Alle Spiele bis inklusive Halbfinale finden wie gewohnt dienstags und mittwochs statt.

– Der Sieger wird in einer neuen UEFA-Finalwoche am Samstag gekürt.

Neu:

– Die acht Gruppendritten spielen in einem K.o.-Duell gegen einen der acht Gruppenzweiten der Europa League um den Achtelfinaleinzug in der Europa League. Bisher gab es für vier Umsteiger auch Duelle mit Europa-League-Gruppensiegern.

EUROPA LEAGUE:

– Alle Spiele finden donnerstags statt. Möglicherweise gibt es eine Verschiebung bei den Anstoßzeiten.

– Der Sieger bekommt einen Startplatz in der Gruppenphase der folgenden Champions-League-Saison.

Neu:

– In der Gruppenphase spielen nur noch 32 statt 48 Teams. Die acht Gruppensieger ziehen ins Achtelfinale ein. Die acht Gruppenzweiten spielen eine K.o.-Runde gegen die Gruppendritten der Champions League.

– Die Gruppendritten spielen eine K.o.-Runde gegen die Zweiten der Europa League 2 um den Einzug in das Achtelfinale des neuen Formats. Sie bekommen eine neue Chance auf einen Europacup-Titel. Bisher war die internationale Saison für sie im Dezember beendet.

– Aus Österreich nimmt nur noch ein Team an der Qualifikation teil – vermutlich der Cupsieger, der in der kommenden Saison sogar einen Fixplatz in der Gruppenphase der Europa League erhält. Dieser Fixplatz ist mit der Reform aber weg.

– Der Europa-League-Sieger wird in einer neuen UEFA-Finalwoche am Donnerstag gekürt.

EUROPA LEAGUE 2:

Neu:

– 32 Teams spielen in acht Gruppen in Hin- und Rückrunde analog zu den anderen beiden Wettbewerben. Die Gruppensieger ziehen ins Achtelfinale ein. Die Gruppenzweiten spielen eine K.o.-Runde gegen die Dritten der Europa League um den Einzug ins Achtelfinale.

– Aus Österreich nehmen der Ligadritte und der Ligavierte – oder der Vierte und Fünfte, falls der Cupsieger schon für Champions League oder Europa League qualifiziert ist – an der Qualifikation teil.

– Alle Spiele bis zum Halbfinale finden donnerstags statt. Die Anstoßzeiten müssen noch fixiert werden. Einige Spiele in osteuropäischen Ländern werden aufgrund der Zeitverschiebung bereits um 16.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit angepfiffen.

– Der Sieger wird in einer neuen UEFA-Finalwoche am Mittwoch gekürt.

– Der Sieger bekommt einen Startplatz in der Gruppenphase der folgenden Europa-League-Saison.

(APA/Red)

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