Überfall auf Wettbüro: Brüderpaar zu Haft verurteilt

Die beiden Brüder wurden zu Freiheitsstrafen verurteilt.
Die beiden Brüder wurden zu Freiheitsstrafen verurteilt. ©Bilderbox/Symbolbild
Zwei serbische Brüder sind am Montag am Innsbrucker Landesgericht wegen eines versuchten Überfalls auf ein Wettbüro zu unbedingten Haftstrafen verurteilt worden. Der ältere der beiden (23) muss für sechs Jahre, sein 18-jähriger Bruder für 21 Monate ins Gefängnis. Im November hatten die beiden in Völs im Bezirk Innsbruck-Land ein Wettbüro überfallen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

In der Nacht auf den 13. November 2011 hatten die Brüder ein Wettbüro in Völs in Tirol überfallen. Das Duo hatte den Pächter des Lokals mit einem Billardstock niedergeschlagen. Dass sie dabei auch über 8.000 Euro – wie ihnen in der Aklageschrift vorgeworfen wurde – erbeuteten, sei den Beschuldigten nicht nachzuweisen gewesen, meinte Richter Andreas Fleckl in seiner Urteilsbegründung. Der Schöffensenat habe deshalb “im Zweifel” einen versuchten, schweren Raub angenommen, erklärte der Vorsitzende. Die Serben müssen zudem Schmerzensgeld in der Höhe von rund 1.000 Euro zahlen.

Angeklagte wollen kein Geld im Wettbüro erbeutet haben

Die beiden Angeklagten hatten sich im Prozess geständig gezeigt, bestritten aber, Geld erbeutet zu haben. “Ich schwöre auf meine drei Kinder, dass wir nichts mitgenommen haben”, sagte der Erstbeklagte. Die Polizei konnte nach deren Verhaftung kein Geld bei den Angeklagten finden. Ein Videobeweis war offenbar nicht möglich, weil die Überwachungskamera laut dem als Zeuge geladenen Opfer an dem Tag nicht funktionierte.

Sie hätten eigentlich anfänglich gar nicht vorgehabt, einen Überfall zu begehen, schilderten der 23-Jährige den Tathergang in jener Nacht. Als sie dann aber von der Straße aus den Betreiber des Wettbüros beim Geldscheine zählen beobachteten, hätte ihn sein Bruder dazu überredet, den Raub zu versuchen. Im Lokal habe er dann “aus Angst” mit dem Stock zugeschlagen, nachdem der Besitzer sich heftig gewehrt habe. Sekunden später habe er fluchtartig das Wettbüro verlassen. Zuvor sei bereits sein Bruder ohne ihn mit dem Auto getürmt. Rund zehn Minuten darauf hätten sie sich dann wieder getroffen und seien nach Hause gefahren. Dort wurden die Burschen einige Stunden später von der Polizei festgenommen.

Wettbüro-Betreiber meint es fehle Geld

Die Schilderung des Opfers wich von jenen der Angeklagten ab. Er habe gar keine Zeit mehr gehabt, sich zu wehren, sondern sei sofort mit dem Stock niedergeschlagen worden, meinte der Mann. Er sei kurz bewusstlos gewesen und habe dann bemerkt, dass eine rote Tasche voll mit Scheinen in der Kasse fehle. Eine Aufzeichnung über den genauen Kassenbestand habe er zuvor jedoch nicht geführt, erklärte der Wettbüro-Betreiber. Der erstangeklagte 23-jährige muss für sechs Jahre hinter Gitter, sein 18-jähriger Bruder für 21 Monate. Die Urteile sind nicht rechtskräftig. Ob die beiden nun Geld im Wettbüro erbeutet haben oder nicht, bleibt unklar.

(Red./APA)

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