U-Ausschuss: WKStA mit Strache-Chats überlastet

Heinz Christian Strache war wie viele andere Politiker schreibfreudig.
Heinz Christian Strache war wie viele andere Politiker schreibfreudig. ©APA/HANS PUNZ
Im Ibiza-U-Ausschuss dürften die Chats von Ex-FPÖ-Chef HC Strache noch nicht so schnell Thema werden. Rund 19.000 Nachrichten wurden wegen personeller Überlastung noch nicht ausgewertet.

Der Ibiza-Untersuchungsausschuss könnte etliche Chat-Nachrichten zwischen dem ehemaligen FPÖ-Obmann und Vizekanzler Heinz-Christian Strache und Vertretern seiner einstigen Partei nicht geliefert bekommen. Grund soll die Überlastung der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) sein, berichtete die "Krone" am Montag. Rund 19.000 Nachrichten könnten demnach nicht ausgewertet werden, da es an Ressourcen fehle, heißt es in einem Schreiben des Justizministeriums.

WKStA mit Handy-Chats von Thomas Schmid beschäftigt

Konkret soll sich Strache in den Chats mit derzeitigen sowie ehemaligen Parteigranden wie Herbert Kickl, Johann Gudenus, Norbert Hofer und Hubert Fuchs unterhalten haben. Die WKStA sei mit anderen Chatauswertungen ausgelastet, heißt es - etwa mit jenen Handy-Daten von ÖBAG-Chef Thomas Schmid zu dessen Zeit als Generalsekretär im Finanzministerium, die auch der APA vorliegen. Diese bergen zumindest auf den ersten Blick nichts Brisantes. Vorwiegend handelt es sich um Dialoge zwischen Schmid und seiner Assistentin, gespickt mit teils sexistischen oder abwertenden Äußerungen zu Dritten.

ÖVP empört

Die ÖVP zeigte sich empört, dass die Strache-Chats nun möglicherweise nicht im U-Ausschuss landen könnten und drängt auf die schnellere Auswertung durch die WKStA. Dazu hat sich die Fraktion bereits an das Justizministerium gewandt. Für Fraktionsführer Andreas Hanger sind die Strache-Chats nämlich eher relevant für den Untersuchungsgegenstand als andere Beweisstücke. "Es werden Hunderttausende Chats von Assistenten und Mitarbeitern ausgewertet, aber leider nicht jene, die von den Auslösern des Ibiza-Skandals stammen", meinte er in einer Stellungnahme gegenüber der APA.

Bezüglich der Schmid-Chats besteht eine Vereinbarung des U-Ausschusses mit dem Justizministerium. "Aufgrund der hohen Anzahl der Nachrichten ist eine Auswertung durch die WKStA und somit eine Einschätzung, ob durch eine Vorlage an den Untersuchungsausschuss Ermittlungen beeinträchtigt werden könnten, nur fortlaufend möglich", heißt es darin. Aus diesem Grund sei vereinbart worden, dass die Vorlage der jeweiligen Auswertungsergebnisse "im Umfang des Untersuchungsgegenstandes gesammelt zum letzten Tag des Monats erfolgt".

Mehrere Chat-Auswertungen ausständig

Auch weitere Auswertungen von Nachrichten für den Untersuchungsausschuss sind übrigens noch ausständig. Darunter befinden sich etwa Daten vom Handy des mittlerweile suspendierten Justiz-Sektionschefs Christian Pilnacek, des Leiters der Wiener Oberstaatsanwaltschaft Johann Fuchs, von Finanzminister Gernot Blümel und Ex-Finanzminister Hartwig Löger. Auch hier hält sich die WKStA bei der Auswertung strikt an die Reihenfolge der Beweismittelanträge. Die Opposition führt nun ins Rennen, dass man den Ausschuss bis in den Herbst verlängern könnte, um alle Daten zu erhalten.

(APA/Red)

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