TV-Duell: Gusenbauer gegen Strache

A. Gusenbauer, H.C. Strache &copy APA
A. Gusenbauer, H.C. Strache &copy APA
Keine wirkliche Annäherung zwischen den beiden Parteien hat Mittwoch Abend das zweite ORF-TV-Duell zur Nationalratswahl zwischen SPÖ-Chef Gusenbauer und dem FPÖ- Vorsitzenden Strache gebracht.

Der SP-Vorsitzende lehnte das Offert Straches ab, eventuell eine Minderheitsregierung nach der Wahl zu stützen, der FP-Obmann wiederum schwächte das Angebot ohnehin von selbst ab.

Nicht immer so weit voneinander entfernt war man bei Inhaltlichem, vor allem im Pflegebereich. Zum Verhältnis der beiden Parteien befragt beklagte Strache, dass von der SPÖ ebenso wie von der ÖVP seiner Partei gegenüber Ausgrenzung stattfinde. Ungeachtet dessen konnte er sich für die Zukunft vorstellen, den Sozialdemokraten wenigstens in Sachbereichen eine vernünftige Zusammenarbeit vorzuschlagen. Die Duldung einer Minderheitsregierung offerierte er nicht mehr direkt. Gusenbauer meinte dazu bloß, die gesamten Koalitionsspekulationen brächten allesamt nichts.

Wie erwartet Abgrenzungen versucht wurden in der Ausländerpolitik. Gusenbauer unterstellte Strache, die Menschen gegeneinander aufzuhetzen. Die FPÖ sei eine Partei, die damit spiele, die Ängste der Menschen zu schüren – ein Vorwurf, der von Strache vehement zurückgewiesen wurde.

Daher forcierte der FP-Obmann einmal mehr den Vorschlag seiner Partei, Zuwanderern in der Sozialversicherung nur eine Grundversorgung zukommen zu lassen. Diesen Zugang lehnte Gusenbauer ab.

In der Pflegedebatte waren Strache und Gusenbauer einander wohl am nächsten. Beide Parteivorsitzende verlangten eine Erhöhung des Pflegegelds und traten dafür ein, dass sich die zu Betreuenden aussuchen können müssten, ob sie die Leistung für private oder Heimpflege in Anspruch nehmen.

Nicht weniger deftig ging es in Sachen EU zu, wiewohl sich die beiden Parteichefs jeweils entschieden gegen einen Beitritt der Türkei zur Union wandten.

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