Turkmenischer Präsident gestorben

Der turkmenische Präsident Saparmurat Nijasow ist Donnerstag Früh gestorben. Der 66-Jährige regierte die frühere zentralasiatische Sowjetrepublik seit 21 Jahren. 

Der autoritär regierende Präsident nannte sich selbst „Vater der Turkmenen“ („Turkmenbaschi“). Vize-Ministerpräsident Gurbanguly Berdymuchammedow wurde vom Sicherheitsrat in Turkmenistan zum Übergangspräsidenten gekürt.

Nach der Verfassung hätte eigentlich Parlamentspräsident Owesgeldy Atajew die Amtsgeschäfte übernehmen sollen. Der Sicherheitsrat habe seine Kandidatur aber abgelehnt, weil die Staatsanwaltschaft gegen ihn ermittele, meldete die russische Agentur Interfax am Donnerstag.

Beobachter schlossen nicht aus, dass sich angesichts dessen in Turkmenistan ein Machtkampf entwickeln könnte. Analysten warnten, politische Instabilität in der an Öl- und Gasvorkommen reichen Ex- Sowjetrepublik könnte sich auch auf Gaslieferungen nach Europa auswirken.

Der verstorbene Nijasow war in Turkmenien Mittelpunkt eines bizarren Personenkults. Obwohl Turkmenien über fünf Prozent der weltweiten Erdgasreserven verfügen soll, ist es eines der ärmsten Länder der ehemaligen Sowjetunion. Das Land steht wegen massiver Verstöße gegen Menschen- und Bürgerrechte seit langem unter Kritik.

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