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Türken: Drittgrößter Bevölkerungsanteil

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Österreich hat im Vergleich zu Europa einen der größten Anteile an eingebürgerten Türken. Sie bilden nicht nur mit Vorliebe Vereine, sondern investieren auch in ihre neue Heimat - in Form von Geld oder Dienstleistungen.

Österreich hat nach Deutschland und Frankreich den größten türkischen Bevölkerungsanteil Europas. Nach einer OECD-Statistik (Zahlen von 1999/2000) machen die Türken unter den in Deutschland lebenden Ausländern die größte Gruppe aus – mit fast 2 Millionen, das sind 27,4 Prozent der ausländischen Bevölkerung im Land.

An zweiter Stelle folgt Frankreich mit rund 208.000 Türken, gefolgt von Österreich. Die OECD gibt die Zahl der Türken in Österreich mit 134.500 – ohne eingebürgerte Türken – an, was 17,7 Prozent der hier lebenden Ausländer entspräche.

Große türkische Gruppen auch in Niederlanden und Schweiz

Große türkische Bevölkerungsgruppen gibt es laut OECD auch in den Niederlanden (rund 100.000) und in der Schweiz (rund 79.000). Es folgen Großbritannien (rund 58.000), Belgien (56.000) und Dänemark (35.000). In den anderen nordischen Ländern sind nur Anteile von wenigen 1000 Personen erfasst, in den iberischen Ländern und in den neuen mittel/osteuropäischen Staaten scheinen Türken gar nicht in der OECD-Bevölkerungsstatistik auf; in diesen Staatengruppen stehen die Regierungen einer Aufnahme von Beitrittsverhandlungen durchwegs positiv gegenüber.

Neue Chancen in der neuen Heimat

In Österreich vertritt der Dachverband Türkischer Vereine (ATDB) nach eigenen Angaben insgesamt 220.000 Türken plus 80.000 türkische Pass-Österreicher. Die Tendenz, die österreichische Staatsbürgerschaft anzunehmen, sei steigend, heißt es im ATDB. Der Grund dafür liege darin, dass jetzt bereits die dritte Generation von Immigranten hier Schulen und auch Universitäten besuche. „Die Familien sehen Zukunftschancen in Österreich“, so der ATDB-Präsident Yavuz Kuscu. Auch investieren viele Türken heute nicht mehr in der alten Heimat, sondern vermehrt in Österreich.

Der Dachverband ATDB setzt sich aus mehreren Kategorien von Vereinen zusammen, die aus unterschiedlichen Zielsetzungen entstanden sind. Religiöse Vereine haben meist ein Vereinslokal mit einem Gebetsraum, es werden Koran- und oft auch Sprachkurse erteilt. Die Sportvereine sind mehrheitlich – „zu 99 Prozent“, so Kuscu – Fußballvereine. Auch Musikvereine gibt es.

Kulturvereine werden meist von Türken aus derselben Stadt oder Heimatregion gegründet; sie sammeln oft Geld für Moscheen, Bibliotheken oder auch die Kanalisierung im Heimatdorf. Elternvereine kümmern sich um Schulprobleme und halten Kontakt zu den Lehrern der Ausländer-Kinder. In Handelsvereinen schließen sich oft Klein- und Mittelbetriebe zusammen, oft auch zum Zweck des Handels mit Drittstaaten.

Auch politische Vereine

Auch politische Vereine haben sich etabliert, die mit politischen Parteien assoziiert sind. So gibt es sozialdemokratische Vereine der DSP, auch die rechte MHP (Graue Wölfe) unterhält Vereine. Hingegen gebe es in Österreich, so Kuscu, keinen Verein der beiden jetzt im Parlament vertretenen Parteien, der gemäßigt islamischen Regierungspartei AKP und der oppositionellen sozialdemokratischen CHP.

“Milli Görüs”: Freundschaft mit dem ATDB

Zu den politisch-religiösen Gruppierungen zählt laut ATDB die Islamische Föderation, die auch Vertreter der radikalen „Milli Görüs“ beinhaltet. „Milli Görüs“ entspricht dem harten Kern der religiösen Imam-Hatip-Schulen; aus diesen Kreisen kommen auch der heutige türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan und sein Außenminister Abdullah Gül. „Milli Görüs“ als solche gehört nicht dem ATDB an. Kuscu: „Wir unterhalten harmonische Beziehungen.“

In Deutschland ist die militant islamische Organisation im Visier des Verfassungsschutzes; sie gilt als anti-demokratisch und gefährlich. Nicht im ATDB sind auch kurdische Vereine – „nicht, weil wir uns von den kurdischen Türken distanzieren“, versichert Kuscu. Ausdrücklich fügt er hinzu, die kurdischen Vereine seien nicht durchwegs der verbotenen PKK freundlich gesinnt.

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