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Tulpenfieber - Trailer und Kritik zum Film

Seit dem Jahr 2000 geplant, seit 2014 abgedreht und seit 2015 fertiggestellt, sollte das Kostümdrama "Tulpenfieber" mit Oscarpreisträger Christoph Waltz und Durchstarterin Alicia Vikander bereits letzten Sommer anlaufen. Dreimal wurde der Kinostart seither verschoben. Wenn man den gänzlich uninspirierten Streifen sieht, ahnt man, warum.

Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Deborah Moggach, ist “Tulpenfieber” im Amsterdam des beginnenden 17. Jahrhunderts angesiedelt. Die Waise Sophia (Vikander) wird von ihrer Äbtissin (Judi Dench) an den reichen Kaufmann Cornelis Sandvoort (Waltz) verheiratet. Das Arrangement bedeutet für Sophia den Weg aus der Armut – glücklich ist sie über ihre Funktion als Gebärmaschine für den wesentlich älteren Cornelis, der sich sehnlichst einen Nachfahren wünscht, freilich nicht.

Tulpenfieber – Die Handlung

Drei Jahre später sind die Sandvoorts noch immer nicht mit einem Kind gesegnet. Dabei mangelt es an Zeugungsversuchen und flehenden Gebeten wahrlich nicht. Cornelis ist ungeduldig, denkt insgeheim schon Alternativen zu Sophia an. Damit von ihm zumindest ein Bildnis, wenn schon kein Abkömmling, bleibt, beauftragt er den jungen, strauchelnden Maler Jan Van Loos (Dane DeHaan) mit einem Porträt an der Seite seiner bildhübschen, jungen Ehefrau, um die ihn die Nachwelt bestimmt beneiden wird.

Doch das Projekt geht nach hinten los: Jan verliebt sich auf den ersten Blick in Sophia, und diese erwidert seine Gefühle. Sie beginnen eine leidenschaftliche Affäre und schmieden einen ungewöhnlichen Plan, um die Niederlande gemeinsam zu verlassen. Der umfasst die Hilfe von Sophias Magd Maria (Holliday Grainger), den bestechlichen Arzt Dr. Sorgh (Tom Hollander) und eine seltene Tulpenzwiebel, die an der aufgeheizten Tulpenbörse das nötige Geld für die Überfahrt bringen soll. Ein riskantes Vorhaben, das das eine oder andere Opfer fordert.

Tulpenfieber – Die Kritik

Das ursprüngliche Ziel von Regisseur Justin Chadwick (“Mandela – Der lange Weg zur Freiheit”) und Drehbuchautor Tom Stoppard (Oscar für “Shakespeare in Love”) scheint klar: Inmitten dieser fiebrigen Goldgräberstimmung, in der Spekulanten Unsummen für seltene Tulpenzwiebel bieten, kochen auch bei den jungen Liebenden Sophia und Jan die Gefühle hoch. Hinter den körperlichen Begehrlichkeiten steckt am Ende auch nicht mehr als hinter den vermeintlich kostbaren Tulpenzwiebeln, die keiner der Börsenspekulanten je zu Gesicht bekommen hat. “Tulpenfieber” ist also die Verbindung der ersten historischen Finanzblase mit den Kollateralschäden einer Affäre.

Aufgehen tut diese aber nicht. Vor allem deshalb, weil die Geschichte viel zu kitschig und übertrieben ist, um als seriöses Drama durchzugehen, aber abseits billiger Pointen viel zu ernst inszeniert wird, um als Satire zu unterhalten. Erkenntlich wird das auch in der Figur des Cornelis, den der Österreicher Christoph Waltz (“Django Unchained”) als sexgeilen Narzissten einerseits und traumatisierten, eh lieben Witwer mit intaktem moralischen Kompass andererseits spielen soll. Glaubwürdig wirkt er deshalb nie, wenngleich seine tägliche Routine aus Gebet, Ansporn seines “kleinen Soldaten” und Sex in Missionarsstellung zum Schmunzeln verleitet.

Neben Waltz hätte vor allem die alles überstrahlende Alicia Vikander, 2016 Oscar-nominiert für “The Danish Girl”, mehr verdient. Sie ist die Einzige, der es trotz wenig Spielraum ansatzweise gelingt, ihre Figur mit Leben zu erfüllen. Recht willkürlich eingesetzte Nebendarsteller wie Zach Galifianakis oder Matthew Morrison wirken in ihren Barockkostümen hingegen so, als würden sie sich lediglich verkleiden; die wenigen Handlungsschauplätze sind alle im selben Dunkelbraun gehalten. Fazit: Dieses Fieber lässt einen kalt.

>> Alle Filmstartzeiten zu “Tulpenfieber”

(APA)

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