AA

Tschetschenien: Präsident Kadyrow getötet

Bei der Explosion in einem Stadion in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny ist am Sonntag der pro-russische Präsident der Kaukasusrepublik, Ahmad Kadyrow, getötet worden.

Bei einem Anschlag auf die Führung der russischen Republik Tschetschenien ist Präsident Ahmad Kadyrow ums Leben gekommen. Sein Tod wurde am Sonntag auch vom russischen Präsidenten Wladimir Putin bestätigt. Über die Zahl der Toten herrschte Unklarheit. Nach Angaben des tschetschenischen Innenministeriums starben mindestens 14 Menschen. Es gab auch zahlreiche Verletzte.

Der pro-russisch orientierte tschetschenische Präsident Kadyrow sei eine halbe Stunde nach der Explosion einer Landmine seinen schweren Verletzungen erlegen, sagte ein Beamter des Innenministeriums. Zu den Todesopfern im Stadion der tschetschenischen Hauptstadt gehört demnach auch der Kommandant der russischen Truppen im Kaukasus, Waleri Baranow.

General Baranow sei noch im Stadion gestorben. Der Sprengsatz war unter den Plätzen der Ehrentribüne versteckt. Nach der Räumung des Stadions wurde eine zweite Landmine gefunden, wie Sergej Koschemjaka vom Ministerium für Katastrophenschutz in Rostow am Don mitteilte. In dem Stadion fand eine offizielle Feierstunde zum Ende des Zweiten Weltkrieges statt, der am Sonntag überall in der Russischen Föderation als Tag des Sieges begangen wurde.

Filmaufnahmen des russischen Fernsehsenders NTW zeigten, wie ein Teil der Tribüne einstürzte und eine braune Rauchwolke aufstieg. Unter den Besuchern der Gedenkfeier, viele von ihnen in Festtagskleidung, brach Panik aus. Schüsse fielen.

In Moskau sagte Putin: „Die Gerechtigkeit wird die Oberhand behalten, und Vergeltung ist unausweichlich.” Putin sprach zum Ende einer Militärparade in Moskau. Unklar blieb am Sonntag zunächst die mögliche Nachfolge zu Kadyrow.

Der russische Parlamentspräsident Ljubow Sliska sagte nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Interfax, Moskau werde Tschetschenien möglicherweise unter direkte Präsidentenverwaltung stellen.

Nach der Auflösung der Sowjetunion hat die Russische Föderation das Unabhängigkeitsstreben der Tschetschenen in zwei Kriegen militärisch unterdrückt. Der zweite Krieg begann im September 1999. Trotz der Einnahme von Grosny ist es den Streitkräften bisher nicht gelungen, den Aufstand auf Dauer zu beenden.

  • VIENNA.AT
  • Chronik
  • Tschetschenien: Präsident Kadyrow getötet
  • Kommentare
    Die Kommentarfunktion ist für diesen Artikel deaktiviert.