Tschechische Ministerien von "Giftbriefen" bedroht

In Tschechien sind nach dem Auffinden verdächtiger Briefe am Freitag die Sicherheitsmaßnahmen an Ministerien und anderen öffentlichen Einrichtungen verstärkt worden. Zudem würden Anweisungen herausgegeben, wie mit verdächtigen Umschlägen umzugehen sei, sagte Innenminister Milan Chovanec laut Agentur CTK in Prag.


Zuletzt war am heutigen Freitag ein verdächtiger Umschlag im Innenministerium angekommen. Chemie-Spezialisten der Prager Feuerwehr waren angefordert worden. Dieser Brief war nicht an Minister Chovanec (Sozialdemokraten/CSSD) adressiert wie jener in der Vorwoche, der tatsächlich tödliches Gift enthielt. Auch ein Brief an Finanzminister Andrej Babis (ANO) hatte Gift enthalten. Die beiden Sendungen waren in Slowenien bzw. Schweden abgeschickt worden.

Andere verdächtige Schriftstücke, die jüngst an die Prager Burg, Sitz von Staatspräsident Milos Zeman, und an den privaten TV-Sender Prima ergingen, enthielten keine schädlichen Substanzen.

Laut Chovanec werden die Sicherheitsmaßnahmen an Amtsgebäuden erhöht, Menschen und Autos in ihrer Nähe mehr überwacht und die ankommende Post genauer geprüft. “Wir wollen keine Panik erzeugen, aber wir glauben, dass die Zahl der Briefe ein Maß erreicht hat, wo Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden müssen”, sagte der Innenminister.

Die Substanz, die am Freitag im Innenministerium ankam, wird vom Staatlichen Institut für nukleare, chemische und biologische Sicherhheit (SUJCHBO) geprüft. Das Ergebnis soll Anfang nächster Woche vorliegen.

Tschechische Medien erhielten E-Mails von einer Gruppe, die erklärte, die Briefe vom Dienstag an Chovanec und Babis verschickt zu haben. Demnach wurde auch Gift an Polizeipräsident Tomas Tuhy gesandt. Dafür gab es bisher keine Bestätigung.

Die Polizei ermittelt wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit. Darauf stehen bis zu acht Jahre Gefängnis. Am Freitag tagte ein Notfalls-Komitee, das Ministerpräsident Bohuslav Sobotka bereits am Mittwoch einberufen hatte.

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