Tschechien bereitet sich auf Penalty vor

In der Nachspielzeit hat Tschechien am Mittwoch gegen Portugal noch das Tor zur 1:3-Niederlage kassiert. Trotzdem verteidigte der tschechische Trainer, dass sein Team voll auf Angriff gespielt hat.

Nachdem in der Tabelle der Gruppe A Tschechien und Türkei, die am Sonntag im letzten Gruppenspiel in Genf direkt aufeinander treffen, beide Teams punktegleich und mit der selben Tordifferenz auf Platz zwei liegen, könnte ein Penaltyschießen entscheiden.

“Wir hatten keine Zeit für taktische Spielereien. Wir wussten ja nicht, wie das Spiel zwischen der Schweiz und Türkei am Abend ausgehen wird, so mussten wir in den letzten Minuten voll auf Angriff spielen, um vielleicht doch noch das Unentschieden zu erreichen”, verteidigte Brückner am Donnerstag im Teamcamp der Tschechen in Seefeld seine Mannschaft. “Und wir hatten ja auch ein paar tolle Chancen auf das 2:2.” Das dritte Gegentor sei unglücklich gewesen.

Ansonsten war Brückner mit der Leistung seiner Mannschaft sehr zufrieden. Besonders der ehemalige Austria- und GAK-Legionär Libor Sionko habe exzellent gespielt. “Die erste Halbzeit war viel besser als das Spiel gegen die Schweiz, die war wirklich hervorragend, auch wenn wir nicht viele Chancen gehabt haben. Aber über die Flügel waren wir immer gefährlich”, betonte Brückner mit einem Lächeln im Gesicht.

Dass aber der portugiesische EM-Superstar Christiano Ronaldo, der nach Berechnung tschechischer Medien mehr Wert sei als die ganze Brückner-Elf, an allen drei Toren beteiligt war und das Spiel im Alleingang entschied, wollte der Trainer so nicht stehen lassen: “Das ganze Team von Portugal hat eine sehr hohe Qualität. Aber Ronaldo sticht da noch heraus, er könnte für Portugal das EM-Turnier entscheiden.”

Auch von dem dritten Gegner bei der EURO, von der Türkei, spricht Brückner mit großem Respekt: “Portugal war der Gruppenfavorit, dann rechnete ich mit drei gleich starken Mannschaften. Dass die Schweiz schon aus dem Turnier ist, überrascht mich aber doch.” Die Türkei sei eine starke Truppe mit individuell sehr guten Spielern, meinte der Tschechen-Coach: “Die Türkei ist schwer auszurechnen, und es ist schwer, sich auf dieses Team vorzubereiten.” Nachsatz: “Aber wir können die Türkei schlagen.”

Das Wie ließ Brückner jedoch offen. Ob wieder nur eine Spitze, wie gegen Portugal Milan Baros, oder doch mit zwei Angreifern, Jan Koller neben Baros, wollte Brückner nicht beantworten. “Aber wir werden das Spiel sicher nicht taktisch anlegen und hoffen, dass wir uns ins Elfmeterschießen retten, wir wollen die Entscheidung in den ersten neunzig Minuten erzwingen”, kündigte der Trainer an. “Wir werden uns im Training aber sicherlich auf das Penaltyschießen vorbereiten und das üben.” Wer die Schützen sein könnten, habe er schon im Kopf, aber der Spielverlauf könne noch einiges ändern.

Die Partie am Sonntag könnte das letzte Länderspiel für einige langjährige Spieler, darunter Legende Koller, und auch für den 68-jährigen Trainer selbst sein. “Das ist sicher richtig, und daher sind alle voll motiviert”, sagte Brückner, der aber auch andeutete, dass es für ihn selbst nicht wie gemutmaßt der Abschied vom Nationalteam sei: “Es sind noch einige Möglichkeiten offen.”

Den Donnerstag verbrachten die tschechischen Spieler auf individuelle Art. Am Vormittag stand relaxen oder Kraftkmmer auf dem Programm, der Nachmittag konnte zum Ausgehen und Shoppen genutzt werden. Die konzentrierte Vorbereitung auf das Entscheidungsspiel am Sonntag startet am Freitag. Am Samstagvormittag fliegt die Mannschaft wieder nach Genf.

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